​Nachdem wir uns in den letzten Wochen intensiv mit den Kontrahenten der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft beschäftigt haben und die einzelnen Teilnehmernationen vorgestellt haben, ist heute, zwei Tage vor dem Startschuss in Russland, der Weltmeister an der Reihe.


Vor vier Jahren konnte sich Deutschland zum vierten Mal mit dem Weltmeistertitel krönen. Dabei verzückten sie insbesondere beim legendären 7:1-Kantersieg im Halbfinale gegen Brasilien die ganze Welt. Generell ist Deutschland seit jeher eine echte Turniermannschaft, so schied das fußballverrückte Land bei einer WM noch nie in der Gruppenphase aus und wurde neben den bereits erwähnten Titeln auch jeweils viermal Zweiter und Dritter. 


Gewohnt souveräne Qualifikation


Wenn man Deutschland als Turniermannschaft bezeichnen kann, dann mit Sicherheit auch als 'Qualifikations-Mannschaft". Zwar erwischte der Weltmeister mir der Quali-Gruppe C auch eine ziemliche leichte Gruppe, alle zehn Spiele zu gewinnen und dabei nur vier Tore zu kassieren ist dennoch keine Selbstverständlichkeit. In den letzten Testspielen vor der WM in Russland zeigte man sich zuletzt, ebenfalls wie gewohnt, jedoch noch nicht in Galaform. Für negative Stimmung sorgte zudem unlängst die hart kritisierte Begegnung der beiden Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem umstritten türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan.

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Bundestrainer Joachim Löw hat seinen Vertrag kürzlich bis 2022 verlängert


Bei der Mission Titelverteidigung bekommt es 'die Mannschaft' in der Vorrunde mit Mexiko, Schweden und Südkorea zu tun. Zum Auftakt geht es für das Team von Joachim Löw am 17. Juni gegen die Mexikaner, die Teile der Mannschaft noch von dem 4:1-Erfolg im Finale des Confederations Cup vor einem Jahr kennen. Ein erneuter Sieg würde der Mannschaft das nötige Selbstvertrauen geben, um in einen guten Fluss zu kommen. Gegen 'El Tri', wie auch gegen die beiden anderen Kontrahenten, ist ein Sieg jedoch angesichts der spielerischen Klasse der Deutschen eigentlich Pflicht. Vor allem auch, um als Gruppensieger einem möglichen Duell mit Brasilien aus dem Weg zu gehen.


Werfen wir einen Blick aufs Personal: Auf der Torhüterposition setzt der Weltmeistertrainer auf Manuel Neuer. Der mehrfache Welttorhüter verpasste aufgrund einer komplizierten Fußverletzung zwar fast die komplette abgelaufene Saison, meldete sich jedoch wieder rechtzeitig fit und machte in den Testspielen eine gute Figur. Mit Marc-Andre ter Stegen, der sich beim FC Barcelona in der abgelaufenen Saison extrem stark präsentierte, haben die Deutschen mit Sicherheit zudem den besten Ersatztorhüter des gesamten Teilnehmerfeldes.

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Wieder alles im Griff: Weltmeister Manuel Neuer


Zumeist setzt Löw weiterhin auf ein 4-2-3-1-System. Dabei ist Mats Hummels in der Innenverteidigung gesetzt. Daneben zeigte sich sein Teamkollege aus München Jerome Boateng jedoch zuletzt nach seiner Oberschenkelverletzung etwas wackelig. Fällt der 29-Jährige zu Beginn aus, dürfte ihn Niklas Süle ersetzten. Auf den Außenbahnen ist hingegen alles klar. Auf links versucht dabei Jonas Hector an das starke Niveau von Joshua Kimmich auf der anderen Seite heranzukommen.


Im defensiven Mittelfeld geht wohl kein Weg an Toni Kroos und Sami Khedira vorbei. Ilkay Gündogan spielte zwar in der Premier League bei Manchester City eine starke Saison, im Nationaldress will es jedoch noch nicht so richtig klappen. Für eine Überraschung sorgte Löw, als er auf den Shootingstar Leroy Sane, ebenfalls Manchester City, verzichtete. Auf den Außenbahnen sollen es daher Marco Reus und Thomas Müllter richten. Auch Julian Draxler hat gute Karten. Als Spielmacher soll Mesut Özil seine Teamkollegen mit guten Zuspielen füttern, dabei benötigt der sensible Feingeist aber auch die Unterstützung seiner Teamkollegen und der deutschen Schlachtenbummler in Russland.

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Toni Kroos ist der Taktgeber im Mittelfeld


In der Sturmspitze schließlich soll Timo Werner die nächsten Schritte Richtung Weltklasse machen. Da der Angreifer von RB Leipzig aber noch immer Schwankungen in seiner Leistung unterworfen ist, hofft man auch auf viele Impulse von Thomas Müller. Als Back-up zeigte sich Mario Gomez zuletzt in starker Form und verfügt über jede Menge internationale Erfahrung.


Unter Joachim Löw zeigten sich die Deutschen bei großen Turnieren stets auf den Punkt hin fit. Da auch die Gruppengegner keine echten Schwergewichte sind, wäre alles andere als ein Gruppensieg eine herbe Enttäuschung. Gewinnen auch die Brasilianer ihre Gruppe, wartet mit Costa Rica, Serbien oder der Schweiz auch im Achtelfinale eine mehr als machbare Aufgabe. Im Viertelfinale könnte mit Belgien oder England die erste echte Hausnummer warten. Können alle Deutschen ihr Top-Niveau abrufen, ist die Titelverteidigung möglich.