Eigentlich wollten die Eisernen erstmals den Sprung in die Bundesliga schaffen, am Ende wurde es für ​Union Berlin nach einer enttäuschenden Zweitligasaison nur Rang acht - inklusive zwischenzeitlichen Abstiegssorgen. Erste Konsequenzen ist der ​Abgang des zweitbesten Liga-Torschützen Steven Skrzybski, der für 3,5 Millionen Euro zu Schalke wechselt. Dazu hat das Quartett aus Dennis Daube, Daniel Mesenhöler, Stephan Fürstner und Toni Leistner keine Zukunft mehr an der alten Försterei.


​Alle vier erhielten kein neues Vertragsangebot. Wohin sie wechseln, steht bislang noch nicht fest. Offenbar will man in Köpenick das Gesicht der Mannschaft verändern, um im kommenden Jahr einen erneuten Versuch auf die Bundesliga wagen zu können. ​Urs Fischer wurde Anfang Juni bereits als neuer Trainer vorgestellt. Mit den Absteigern HSV und 1. FC Köln bekommt der Schweizer allerdings übermächtig wirkende Konkurrenz um die ersten Plätze.


Zumal auch Stamm-Linksverteidiger Kristian Pedersen Union wohl verlässt. ​Der 23-jährige Däne steht vor einem Wechsel zu Birmingham City nach England. Auf der Gegenseite haben die Eisernen noch keinen Neuzugang offiziell bekanntgegeben. Die Bestätigung beim designierten Petersen-Nachfolger Ken Reichel ist aber wohl nur noch eine Frage der Zeit. Wie die ​Bild berichtet, ist der Wechsel des 31-Jährigen von ​Eintracht Braunschweig nach Berlin beschlossene Sache. ​Reichel verabschiedet sich nach elf Jahren vom Zweitliga-Absteiger Braunschweig.

"Mir ist es sehr schwer gefallen, die Eintracht nach so vielen Jahren und in dieser Situation zu verlassen. Aber ich musste auch im Hinblick auf meine Zukunft einen Entschluss fassen“, erklärte der Löwen-Kapitän dem Boulevard-Blatt.  


Hannover-Duo soll kommen


Neben Reichel soll offenbar noch weiteres erfahrenes Personal kommen. Mit Manuel Schmiedebach und Florian Hübner könnte ein Doppelpack aus ​Hannover gelockt werden. "Wir sind hoffnungsfroh, dass die Transfers erfolgen können. Die Spieler sind aufgeschlossen“, sagte 96-Boss Martin Kind. Schmiedebach und Hübner spielen beim Bundesligisten keine große Rolle mehr und könnten an der alten Försterei in Führungsrollen schlüpfen.

Schmiedebach würde sich nach zehn Jahren von den Niedersachsen verabschieden und in seine Geburtsstadt Berlin zurückkehren, wo er einst aus der Jugend von Hertha BSC nach Hannover wechselte. Der 29-Jährige besitzt bei 96 noch einen Vertrag bis 2020. In Berlin könnte er Daube und Fürstner in der Mittelfeld-Zentrale ersetzen.


Hübner kam nach Hannovers Abstieg vom Zweitligisten SV Sandhausen und besitzt noch einen Kontrakt bis 2019. Im Aufstiegsjahr gehörte er zum Ende der Spielzeit zum absoluten Stammpersonal, in der Bundesliga war er mit neun Einsätzen allerdings meist nur Reservist. Eine Rolle, die trotz des Abgangs von Abwehrchef Salif Sané auch in der kommenden Runde droht. ​Bei den Eisernen stand er dagegen schon im Winter auf der Einkaufsliste.


Vonseiten der 96er sind wohl keine horrenden Ablöseforderungen für das Reservisten-Duo zu erwarten. Ein Doppelwechsel deutet sich an - zusammen mit Reichel winken Union drei erfahrene Neuzugänge auf einen Schlag.