Michael Reschke, Sportchef des VfB Stuttgart, hat sich zur Entwicklung der beiden jungen Innenverteidiger Benjamin Pavard und Timo Baumgartl geäußert. Während der 22-jährige Pavard bereits in die französische Nationalmannschaft berufen wurde und zur WM fahren wird, traut Reschke auch dem gleichaltrigen Baumgartl die Entwicklung zum Nationalspieler zu. Aufgrund des kometenhaften Aufstiegs von Pavard war die starke Leistung von Baumgartl vor allem in der Rückrunde etwas in den Hintergrund getreten.


Reschke äußerte in einem Interview mit ​Sport1, er traue Baumgartl trotz der großen Konkurrenz in der deutschen Innenverteidigung zu, in Stuttgart der nächste deutsche Nationalspieler neben Mario Gomez zu werden: "Wir haben in der Innenverteidigung eine Top-Konkurrenzsituation, aber Timo Baumgartl hat in dieser Saison, ganz speziell in der Rückrunde, Phasen gehabt, in denen er schon wie ein zukünftiger Nationalspieler gespielt hat.", so der VfB-Sportchef. Diese Leistung müsse der 22-Jährige nun bestätigen und konstant abrufen. "Er ist ein sehr guter Junge, dem in der Zukunft viel zuzutrauen ist."


Innenverteidiger Baumgartl, der in der Jugend des VfB ausgebildet wurde, überzeugt durch seine Variabilität und Zweikampfstärke. Trotz eines zwischenzeitlichen Ausfalls wegen einer Gehirnerschütterung machte er in der vergangenen Saison 31 Spiele für die Schwaben. Dabei kam er vermehrt auch als Rechtsverteidiger zum Einsatz. 


Doch der deutsche U21-Nationalspieler ist nicht der einzige talentierte Spieler in der Stuttgarter Innenverteidigung. Der 26-jährige Macin Kaminski hatte beim VfB keinen Stammplatz und gehörte dennoch zum vorläufigen Aufgebot Polens für die WM in Russland. Und in diesem Sommer wird außerdem der 23-jährige Marc-Oliver Kempf aus Freiburg kommen, wo dieser sich zu einem etablierten Bundesligaspieler entwickelte.

Der absolute Shooting-Star des VfB ist aber der 22-jährige Benjamin Pavard. Der Franzose kam 2016 für fünf Millionen Euro vom OSC Lille und war bereits in der Zweitligasaison der Stuttgarter ein wichtiger Spieler. Doch im letzten Sommer machte Pavard einen enormen Entwicklungsschritt und verpasste in der abgelaufenen Bundesligasaison keine einzige Minute Spielzeit. Überzeugen konnte er dabei vor allem durch sein gutes Stellungsspiel und viele wichtige Klärungsaktionen - fast fünf geklärte Bälle pro Spiel bedeuten Top-10 in der Liga. 


Durch seine auffälligen Leistungen geriet er auch in den Fokus des französischen Nationaltrainers Didier Deschamps, der Pavard im November 2017 erstmals nominierte. Seitdem kommt er auf sechs Länderspiele und fährt sogar mit Frankreich zur ​WM in Russland. Dabei ist auffällig, dass Pavard im französischen Team ausschließlich als Rechtsverteidiger zum Einsatz kommt. Da Deschamps mit Djibril Sidibé nur einen echten Rechtsverteidiger nominiert hat, dürfte Pavard für Frankreich eine ähnliche Rolle einnehmen wie Matthias Ginter in der deutschen Nationalmannschaft, als defensiver Backup auf der rechten Abwehrseite. 


Germany v France - International Friendly
Benjamin Pavard für die französische Nationalmannschaft


Durch seine starken Leistungen in der Bundesliga und die Berufung zur WM sind auch einige große Klubs, vor allem aus England, auf Pavard aufmerksam geworden. Als heißeste Interessenten gelten momentan der ​FC Arsenal und ​Borussia Dortmund, die so den wahrscheinlichen Abgang von Sokratis kompensieren würden. Dabei soll der VfB Stuttgart eine Ablöse von mindestens 50 Millionen Euro für den 22-jährigen Nationalspieler fordern. 


Pavard selbst hatte Anfang Juni betont, er könne nicht versprechen in Stuttgart zu bleiben, da er Champions League spielen wolle. Sportchef Reschke nahm jetzt etwas Dampf aus den Transferspekulationen: "Es sind viele internationale Klubs, die sich mit ihm beschäftigen und auch müssen, weil es ein Spieler ist, der eine absolute Top-Qualität hat. Wir gehen fest davon aus, und so ist es auch besprochen, dass Benjamin in der kommenden Saison noch bei uns spielt."


Doch selbst wenn man Pavard verlieren würde, könnte man Geld in den Kader reinvestieren und hätte mit Baumgartl, Kaminski oder auch Kempf einige gute Spieler parat, die die Lücke schließen könnten. Vor allem von Baumgartl scheint man sich in ​Stuttgart nach den jüngsten Aussagen einiges zu erhoffen, sollte er weiter wie ein "zukünftiger Nationalspieler" spielen.