​Nach neun Jahren geht in diesem Sommer für Max Meyer das Kapitel ​FC Schalke 04 auf unrühmliche Art und Weise zu Ende. Ende April ​wurde der Mittelfeldspieler suspendiert, nachdem er zuvor in einem Interview schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen erhoben hatte. U19-Coach Norbert Elgert hätte sich einen anderen Ausgang gewünscht.


Seit Sommer 2009 lief Meyer für die 'Königsblauen' auf. Der Mittelfeldspieler war eines von vielen Eigengewächsen, die in den letzten Jahren den Sprung in den Profikader geschafft hatten. Mit 17 Jahren feierte der Rechtsfuß sein Bundesliga-Debüt. Es schien der Anfang einer Bilderbuch-Karriere zu sein, die jedoch zwischenzeitlich ins Stocken geraten war. In der abgelaufenen Saison nahm der 22-Jährige unter Cheftrainer Domenico Tedesco wieder Fahrt auf. Der Übungsleiter funktionierte Meyer erfolgreich zum Sechser um. 

1. FC Koeln v FC Schalke 04 - Bundesliga

Bestritt 192 Pflichtspiele für den FC Schalke 04: Max Meyer


Auf der ungewohnten Position spielte der U21-Europameister eine starke Hinrunde. Kaum verwunderlich war es daher, dass die Verantwortlichen den Ende Juni 2018 auslaufenden Vertrag verlängern wollten. Meyer lehnte jedoch ab und erhob einige Wochen später in einem Bild-Interview schwere Vorwürfe gegen Sportvorstand Christian Heidel & Co. ​Der Youngster sprach unter anderem von Mobbing und wurde anschließend vom Verein suspendiert. Bei seiner offiziellen Verabschiedung am letzen Spieltag war Meyer nicht im Stadion, sondern weilte im Urlaub.


Im Interview mit dem Westfälischen Anzeiger wollte sich U19-Coach Elgert nur kurz zum Theater um seinen ehemaligen Schützling äußern. "Da möchte ich nicht so in die Tiefe gehen, weil ich den Klubverantwortlichen absolut loyal gegenüber bin wie auch dem Menschen und Fußballer Max Meyer", gab der 61-Jährige zu Protokoll. "Ich hatte das Gefühl, dass sich bei Max etwas aufgestaut hatte, was raus musste – was in dieser Situation aber nicht unbedingt klug war." 

"So wie es abgelaufen ist, ist es natürlich für alle Beteiligten schade", betonte Elgert. Meyer kann den Vizemeister aufgrund seines auslaufenden Vertrags ablösefrei verlassen. Einen neuen Klub hat der 22-Jährige bisher noch nicht gefunden. Als potenzielle Abnehmer wurden zuletzt Paris Saint-Germain und die ​TSG 1899 Hoffenheim gehandelt.