Trotz seines Alters von mittlerweile 74 Jahren beschäftigt sich Torwart-Legende Sepp Maier immer noch mit dem Fußball, ganz besonders mit seinem langjährigen Verein Bayern MünchenIm Interview auf der ​vereinseigenen Website sprach er daher über Joachim Löws Entscheidung, Manuel Neuer mit zur Weltmeisterschaft nach Russland zu nehmen, wie er die Entwicklung junger Torhüter beim FCB betrachtet und ob Deutschland die Chance hat, den Titel zu verteidigen.


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Nach der Saison ist vor der WM, die in den kommenden Tagen beginnen wird. Auch Sepp Maier wird die 21. Austragung des weltweit größten Fußballturniers verfolgen, wenngleich nicht immer live: "Ich werde die Spiele schon anschauen. Wenn aber ein Golfturnier sein sollte, spiele ich Golf und schaue mir die Spiele eben später an. Man verpasst heutzutage ja nichts mehr. Und bei den ersten drei Spielen der deutschen Mannschaft werde ich ohnehin als Kommentator auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten."


Kein Thema beherrschte die Medienlandschaft in Deutschland so sehr wie die Frage, ob Manuel Neuer trotz dreifachen Mittelfußbruchs und mehr als einem halben Jahr ohne Pflichtspiel dafür bereit sei, als unangefochtene Nummer eins nach Russland zu reisen. Mittlerweile ist klar, dass an ihm kein Weg vorbei führt, Löw will auf seinen Kapitän keineswegs verzichten. Für Maier bestand die ganze Zeit über jedoch "keine Diskussion. Wenn er fit ist, spielt er!", so die klare Haltung des 74-Jährigen.


"Praktisch und technisch perfekt" - Lob für Torwart-Trainer Tapalovic


"Er verlernt es ja nicht, auch wenn er sieben oder acht Monate nicht gespielt hat. Ich verlerne das Fahrradfahren ja auch nicht." Zwar sei Spielpraxis von Nöten, doch die bekomme man auch während des Trainings. "Da kommen die selben Situationen wie im Spiel und sogar noch häufiger hintereinander. Ein Spiel ist zwar schon noch ein bisschen anders, aber Manuel ist ein alter Fuchs. Er braucht nicht so lange. Wichtig ist, dass er fit ist und keine Schmerzen mehr hat." Letzten Endes, so Maier, habe Löw "absolut recht".

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 Als hätte er nie gefehlt: Gegen Österreich und Saudi-Arabien strotzte Neuer vor Souveränität

 

Doch auch im Verein zeigt Neuer seit Jahren herausragende Leistungen, ebenso wie sein Vertreter Sven UIreich, der sich in den vergangenen Monaten spürbar steigern konnte und sich über weite Strecken als sehr guter Ersatz entpuppte. Einen großen Anteil daran hat Torwart-Trainer Toni Tapalovic, der die Schlussmänner in München seit Juli 2011 betreut. Dem 37-Jährigen gebühre großes Lob: "Er arbeitet sehr akribisch und nimmt alles auf. Er analysiert das komplette Training hinterher. Er ist praktisch und technisch perfekt. Er versteht sehr viel von seinem Fach."

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 Kümmert sich seit Jahren bestens um seine Keeper: Toni Tapalovic (r.)


Doch auch tägliches Training mit Neuer helfe dabei, sein Torwart-Spiel zu verbessern. Dies gelte auch für junge Talente wie Christian Früchtl oder Ron-Thorben Hoffmann, die bereits am Trainingsbetrieb der Profis teilnehmen: "Man kann sich von einem Weltklasse-Torhüter wie Manuel Neuer viel abschauen. Sie müssen sich ausbilden lassen. Ich habe zwar schon mit 18 in der ersten Mannschaft gespielt, aber diese Zeiten sind vorbei. Das Training wird ihnen viel bringen."


Maier wünscht sich Erfolg im Europapokal und glaubt an die Titelverteidigung


In der kommenden Saison werden die Münchner erneut auf Titeljagd gehen, weshalb Maier, der insgesamt 629 Pflichtspiele im Dress des FC Bayern absolvierte, erneut hohe Erwartungen an die Mannschaft hat: "Die siebte Meisterschaft in Folge", sei das oberste Ziel, hinzu komme jedoch auch ein erfolgreiches Abschneiden im internationalen Geschäft: "Außerdem hoffe ich, dass wir mal wieder das Europacup-Finale erreichen. Vom Titel will ich gar nicht reden. Wir waren jetzt so oft nah dran und es hat nicht geklappt. Dieses Jahr war es sehr bitter. Bayern war gegen Madrid die eindeutig bessere Mannschaft, aber man braucht auch etwas Glück, wenn man etwas erreichen will."

Glück wird auch die Nationalmannschaft brauchen, die ihren Titel in Russland verteidigen will. Bislang gelang es nur Italien und Brasilien, sich zwei Mal in Folge mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft zu krönen. In seinen Augen hat die Elf von Joachim Löw allerdings "ganz gute Chancen, die dritte Mannschaft zu werden, die den Titel verteidigt, obwohl wir gegen Österreich verloren haben." Während Maier die südamerikanischen Vertreter nicht zu den Titelkandidaten zählt, warnte er vor Frankreich, Spanien und Belgien. Auf dem Weg zum fünften Titel bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Gruppenspiel am 17. Juni gegen Mexiko, kurz darauf erfolgen die Partien gegen Schweden und Südkorea.