Der ​FC Schalke 04 ​genießt dank der 'Knappenschmiede' den Ruf, eine der besten Nachwuchsabteilungen Deutschlands zu führen. Das wohl bekannteste Gesicht dessen ist Norbert Elgert, der mittlerweile seit über 15 Jahren die U-19 der Schalker betreut und bereits zahlreiche Spieler in den Profibereich geführt hat. In einem Interview mit dem Westfälischen Anzeiger sprach der 61-Jährige über das Abschneiden der A-Junioren in der abgelaufenen Saison, was sich während seiner langen Amtszeit auf Schalke verändert hat und wie ihn Domenico Tedesco begeisterte.



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Manuel Neuer, Mesut Özil, Julian Draxler und Leroy Sane sind nur vier Spieler, die Norbert Elgert in seiner langen Zeit als Nachwuchstrainer des FC Schalke betreute. Der gebürtige Gelsenkirchener verpasst jungen Nachwuchstalenten den Feinschliff, bevor sie oftmals in das kalte Wasser des Profi-Geschäfts geworfen werden. Es gibt nicht wenige, die ihn als einen der besten Trainer bezeichnen, unter dem sie jemals gespielt haben. Für Elgert ist es jedoch kein Grund, in Übermut zu verfallen.

Austria v Germany - International Friendly

 Dass Ex-Schützling Sane bei der WM nicht dabei sein wird, sieht Elgert kritisch: "Ich bin mir nicht sicher, ob das richtig ist"



Es gebe kein Erfolgsgeheimnis, so der 61-Jährige. "Ich habe in meinem Leben zwei Mal das große Glück gehabt, mein Hobby zum Beruf machen zu können: einmal als Spieler, ein anderes Mal als Trainer. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich möchte positive Spuren mit meiner Arbeit hinterlassen", führte er fort und räumte ein, seine Einstellung zu seinem Beruf über die Zeit geändert zu haben: "Ich weiß, dass ich inzwischen kein Perfektionist mehr bin. Wenn du zu perfektionistisch bist, machst du dich und deine Umwelt verrückt. Ich lege zwar immer noch Wert darauf, dass wir perfekt üben. Was aber nicht heißt, dass wir es jemals schaffen, perfekt zu werden. Aber man muss es anstreben, um sich zu verbessern."


Kritik an "Reizüberflutung": "Den Spielern fällt es heute schwerer


Auch in den vergangenen Wochen und Monaten erlebte er mit seiner Mannschaft in der A-Junioren Bundesliga West eine überaus erfolgreiche Spielzeit. Mit elf Punkten Vorsprung und nur einer Niederlage in 26 Spielen zogen die Knappen gemeinsam mit Verfolger Borussia Dortmund in die Endrunde ein, die aus zwei Halbfinal-Paarungen sowie dem späteren Finale besteht. Gegen die Nachwuchsmannschaft der TSG Hoffenheim gelang der Einzug ins Endspiel, in welchem man sich überraschend mit 1:3 gegen Hertha BSC Berlin geschlagen geben musste. 


Dennoch ist Elgert mit der Leistung mehr als zufrieden: "Wir hatten die wenigsten Niederlagen und das beste Torverhältnis in ganz Deutschland. Allein statistisch war es eine herausragende Saison. Für mich als Trainer und auch für den Stab war es etwas sehr Besonderes, wie die Mannschaft nach dem verlorenen Meisterschaftsfinale wieder aufgestanden ist und nur wenige Tage später den Westfalenpokal gegen den SC Paderborn mit 6:0 gewonnen hat. Man darf hinfallen, aber wichtig ist, sofort wieder aufzustehen."

U19 FC Schalke 04 v U19 1899 Hoffenheim - A-Juniors Bundesliga Final

  Insgesamt feierte Elgert drei Mal den Gewinn der A-Jugend Meisterschaft und weiß daher ganz genau, worauf es bei jungen Spielern ankommt



Doch die Arbeit scheint heute schwerer zu fallen als noch vor zehn Jahren, was er an den veränderten Strukturen der Gesellschaft ausmacht: "Man muss häufiger wiederholen als früher. Es fällt den Spielern schwerer, sich zu konzentrieren." Zwar erreiche man die Spieler noch immer, aber es dauert "manchmal ein bisschen länger." Auch finanzielle Aspekte würden die Nachwuchsarbeit erschweren: "Überall, wo viel Geld im Spiel ist, versammeln sich auch Menschen, die daran teilhaben wollen. Da ist es für die Spieler und ihre Eltern auch oft sehr schwer zu unterscheiden, wer wirklich das Beste für den Spieler und wer nur von ihm profitieren will."


Elgert ist von Tedesco "sehr angetan" - und lobt Peter Knäbel


Neben den Junioren feierte auch die erste Mannschaft mit der Vizemeisterschaft in der Bundesliga eine erfolgreiche Saison, in der Trainer Domenico Tedesco dem Team gleich in seinem ersten Jahr den Stempel aufdrückte. "Ich bin da schon sehr angetan. Wie weit Domenico in seinem jungen Alter in seiner Persönlichkeitsentwicklung ist – davon bin ich begeistert", lobte er seinen 29 Jahre jüngeren Kollegen. Tedesco sei "menschlich und fachlich erstklassig", habe zudem bereits einige Erfahrungen als Trainer gesammelt und sorgte besonders mit seiner Entscheidung, die Herausforderung Schalke anzunehmen, bei Elgert für eine Überraschung: "Da muss ich sagen: Hut ab! Die Gespräche mit ihm machen Spaß und sind von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt."

Doch auch in Zukunft wird er sich überwiegend auf die Jugendabteilung konzentrieren, in denen einige Änderungen bevorstehen. "Die Pläne sind ja teilweise schon etwas älter, aber sie werden jetzt endlich von Christian realisiert. Das sehe ich absolut positiv", so Elgert, der die infrastrukturellen Verbesserungen als "ein absolutes Muss" bezeichnet. Ein wichtiger Baustein ist auch Peter Knäbel, ​der im April als neuer Leiter der Jugendakademie verpflichtet wurde. Auf die Zusammenarbeit mit seinem neuen Vorgesetzten freue er sich: "Er hat eine Menge Erfahrung in der Jugendarbeit und allgemein im Fußball. Er ist auch ein hervorragender Kommunikator. Ich denke und fühle, dass es passt."