Nach langer Leidenszeit blieb Mario Götze in der abgelaufenen Saison größtenteils von Verletzungen verschont, doch hinter dem 26-Jährigen liegt eine enttäuschende Saison, die ihn letzten Endes ​um einen Platz in der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland brachteIn einer mehrteiligen Dokumentation der Streaming-Plattform DAZN sprach der Mittelfeldspieler von ​Borussia Dortmund überraschend deutlich über die einstige Kritik von Ex-Trainer Peter Stöger, seine Stoffwechselerkrankung und die Defizite des Pep Guardiola.



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32 Pflichtspiele absolvierte Mario Götze in dieser Saison, größtenteils blieb er jedoch weit unter seinen Möglichkeiten. ​Erst zum Ende der Saison deutete der Siegtorschütze des WM-Finals von 2014 sein Potenzial wieder vermehrt an, doch zuvor hagelte es immer wieder Kritik - auch aus den eigenen Reihen. "Mit Mario waren wir überhaupt nicht einverstanden", so die ​überraschend harten Worte von Peter Stöger im März nach dem ​Ausscheiden in der Europa League gegen RB Salzburg.


​Damals zeigte sich Götze einsichtig, gelobte Besserung und bewertete die Kritik aufgrund der damaligen Gesamtverfassung der Mannschaft als gerechtfertigt. Diese Ansicht scheint sich mittlerweile jedoch geändert zu haben, weshalb er den Österreicher nun deutlich für seine Worte kritisierte. Es sei in der damaligen Situation "definitiv nicht richtig" gewesen, "sich da einen rauszupicken und mich quasi hinzustellen und zu sagen, ich sei ein personifizierter Misserfolg", so sein Wortlaut in der DAZN-Doku 'Being Mario Götze' (via Sport Bild), deren erster Teil am heutigen Samstag (19.00 Uhr) ausgestrahlt wird.

TSG 1899 Hoffenheim v Borussia Dortmund - Bundesliga

   Knapp drei Monate nach seiner öffentlichen Kritik erhält Peter Stöger nun eine ehrliche Antwort von Mario Götze



Er habe "nicht damit gerechnet, dass er mich, als mein Trainer, öffentlich so hart kritisiert" und sei vor allem von der Art und Weise, einzelne Spieler in den Medien und nicht unter vier Augen kritisieren, enttäuscht: "Ein persönliches Gespräch wäre gar kein Problem gewesen. Da bin ich der Erste, der kritikfähig ist und sich die Sachen anhört. Von daher fand ich, dass es nicht die feine Art war. Ich kannte es in der Form auch nicht und habe es auch so noch nie erlebt."


Doch Rückkehrer Götze strauchelte nicht erst in dieser Spielzeit, sondern hatte bereits seit seinem Weggang aus München vor zwei Jahren spürbare Schwierigkeiten, seine Form wiederzuerlangen. In Dortmund hofften sie früh auf ähnliche Leistungen wie zu seiner Glanzzeit von 2011 bis 2013, doch eine langwierige Stoffwechselerkrankung, die im März vergangenen Jahres diagnostiziert wurde, setzte ihn für Monate außer Gefecht. Die Ursache scheint bis heute noch nicht zu 100 Prozent geklärt, allerdings habe er in den Monaten zuvor zu viel gewollt, was ein möglicher Auslöser sein könnte: "Ich habe mich körperlich überfordert und mir zu viel zugemutet. Mein Gedanke war immer: Mehr machen als die anderen. Jetzt weiß ich, dass es gut ist, dem Körper auch mal Zeit zu geben. Deswegen musste ich die Reißleine ziehen."


"Empathie war nicht so ausgeprägt" - Götzes Kritik an Guardiola


Zuvor spielte er drei Jahre lang für den ​FC Bayern München, was sich als ein deutlicher Schritt zurück entpuppen sollte. Beim Rekordmeister traf er auf Pep Guardiola, den Götze zwar als "fachlich einer der besten Trainer" bezeichnete, jedoch auch nicht alles an ihm guthieß: "Ich hatte das Gefühl, dass er nur in dem Raster denkt und den Menschen und das Drumherum außen vorlässt. Die Empathie war nicht so ausgeprägt." Gerade aufgrund der vorherigen Zusammenarbeit mit Jürgen Klopp habe er dadurch einige Schwierigkeiten gehabt. "Pep war der komplette Unterschied. Für einen Weltklasse-Trainer gehört Empathie dazu, jeder Sportler ist auch Mensch und man sollte beides vereinen."

FC Bayern Muenchen v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

  114 Mal stand Götze (r.) unter Pep Guardiola (l.) für den FC Bayern auf dem Platz, doch allein in seiner letzten Saison sanken die Einsätze auf magere 21 Pflichtspiele



Der Kontakt zu seinem einstigen "fußballerischen Vater" Klopp, der in der abgelaufenen Saison mit dem ​FC Liverpool das Champions League Finale erreichte, sei allerdings nie wirklich abgerissen: "Ich habe mich entschieden, die Bayern zu verlassen und Jürgen Klopp hatte Interesse, dass ich nach Liverpool komme", verriet Götze. Trotz der Entscheidung für den BVB sei er durchaus interessiert gewesen, wieder gemeinsam mit seinem einstigen Förderer auf dem Trainingsplatz zu arbeiten - und dieses Interesse bestehe bis heute noch. 

Für die Zukunft könnte dies also bedeuten, dass ein Transfer zu den Reds in der Zukunft durchaus ein realistisches Szenario ist. Allerdings steht Götze beim BVB noch bis 2020 unter Vertrag und wird zunächst einmal darauf aus sein, unter Lucien Favre weitere Schritte zu gehen und sich endgültig wieder als Stammspieler zu etablieren.