​Das Derby am 28. Januar 2017 gegen ​Borussia Mönchengladbach hatte für ​Bayer 04 Leverkusen aus zweierlei Gründen einen faden Beigeschmack. Die 'Werkself' musste nach einer 2:0-Pausenführung nicht nur eine 2:3-Niederlage hinnehmen, sondern bekam vom DFB für den massiven Pyrotechnik-Einsatz der Fans auch eine Strafe in Höhe von 15.000 Euro aufgebrummt. Drei Ultras müssen sich nun wegen ihrer Vergehen vor dem Amtsgericht Leverkusen verantworten.


Wie die Rheinische Post berichtet, wollte die Fangruppierung "Farbenstadtinferno" anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens eine dreiteilige Feuerwerkschoreografie abbrennen. Trotz des Verbotes zündeten die Ultras vor Spielbeginn zahlreiche Bengalos und hüllten die Fankurve damit in dichte Rauchschwaden. Ein asthmakranker Fan musste deshalb wegen Atembeschwerden in ein Krankenhaus zur Behandlung eingeliefert werden. Zudem wurden ein Kameramann durch einen Böller sowie eine Ordnerin durch eine Fahnenstange verletzt. 

Dank Videoaufnahmen ist es der Polizei gelungen, drei Ultras im Alter von 23, 35 und 37 Jahren zu identifizieren. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der Vorsänger, der Fahnenschwenker und der Trommler maßgeblich an der Planung und Durchführung der Krawalle beteiligt waren und hat deshalb Anklage erhoben. Demnach hätten die drei Männer Verletzungen von anderen Fans billigend in Kauf genommen. 


Die Beschuldigten, die in der Vergangenheit bereits wegen ähnlicher Vergehen negativ aufgefallen sind, müssen sich nun vor dem Opladener Amtsgericht wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Anwälte der Angeklagten teilten mit, dass sich ihre Mandanten zu den Vorfällen nicht äußern wollen. Die Verhandlung wurde vorerst auf Ende August/Anfang September vertagt.