​Im Halbfinale um die deutsche B-Junioren-Meisterschaft war Youssoufa Moukoko mal wieder zur Stelle. Vor den Augen zahlreicher Spielerbeobachter, Scouts und Berater verzückte das BVB-Wunderkind die Zuschauer mit einem Solo-Treffer á la Jay-Jay Okocha. 


Der Andrang beim Halbfinale um die deutsche B-Jugend-Meisterschaft zwischen ​Borussia Dortmund und ​Bayer Leverkusen war groß. Beim 1:1-Hinspiel-Remis der Weststaffel-Konkurrenten im Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion schauten viele der Zuschauer mit ihren Notizblöcken genauer hin. Die Profi-Saison ist gelaufen, die WM steht vor der Tür. Für nationale und internationale Spielerbeobachter, Scouts und Berater bleibt Zeit, sich um die Stars von morgen zu kümmern.

"Spiele wie diese sind eine gute Begegnungsplattform, eine Art Meet & Greet. Es gibt keine anderen Spiele mehr in den oberen Ligen, so dass es viele Zaungäste gibt. Man kommt dahin, trifft viele Personen aus der Branche und tauscht sich aus“, erklärt Spielerberater Jörg Neblung der ​Welt. Der 50-Jährige leitet die von ihm gegründete Agentur "Neblung Sportsnetwork". Spieler wie Robert Enke, Jörg Butt oder Timo Hildebrandt zählten einst zu seinen Klienten. Heute hat er vor allem Profis aus der zweiten und dritten Liga in seinem Portfolio.


Bayer Leverkusen U17 v Borussia Dortmund U17 - B Juniors German Championship Semi Final Leg One

Wegen ihm waren sie alle da: BVB-Versprechen Youssoufa Moukoko (r.) bei einem seiner unnachahmlichen Dribblings


Neblung und Co. trafen sich am Mittwoch zahlreich - auch, weil unter den U17-Talenten einer besonders heraussticht: ​Youssoufa Moukoko gilt als großes Versprechen beim BVB. Der in Kamerun geborene Angreifer soll erst 13 Jahre alt sein und sorgt gegen die teils vier Jahre ältere Konkurrenz für Staunen und offene Münder allenthalben. Wahnwitzige 37 Treffer erzielte Moukoko in nur 25 Partien der B-Junioren-Bundesliga West. Gegen die Jung-Werkself war der deutsche U16-Nationalspieler auch am vergangenen Mittwoch zur Stelle. Und das, wie so häufig, spektakulär. Nach acht Minuten sorgte er für den Führungstreffer, der ein wenig an das berühmte Tor von JayJay Okocha gegen Oliver Kahn erinnerte. Im Leverkusener Strafraum ließ er die Gegenspieler reihenweise ins Leere laufen, ehe er locker zum 1:0 einschob.


Dass Bayer sechs Minuten vor der Halbzeit zum Ausgleich kam - geschenkt. Am kommenden Sonntag empfängt der Favorit aus Dortmund die Leverkusener Junioren schließlich zum Rückspiel im heimischen Stadion Rote Erde (16.30 Uhr). Dann soll es Moukoko wieder richten und den BVB ins Finale schießen, wo man wahrscheinlich auf den FC Bayern trifft. Die U17 des Rekordmeisters sorgte im zweiten Semifinale gegen RB Leipzig mit einem 3:0-Erfolg im Hinspiel schon für klare Verhältnisse.


Kommt es zum "Klassiker" im U17-Finale zwischen Dortmund und Bayern, dürfte der Berater- und Scout-Andrang noch größer sein. Neblung geht schon im Halbfinale davon aus, dass "bis zu 100 Vertreter aus der Spielerberaterbranche anwesend sind - und bis zu 200 Vertreter von nationalen und auch internationalen Vereinen". Die meisten werden wegen Moukoko kommen, um das Dortmunder Zukunftsversprechen aus nächster Nähe bestaunen zu können.