Domenico Tedesco kann es einfach nicht lassen. Trotz der Entspannungs-Verordnung samt Handyverbot von Christian Heidel kann der Schalke-Trainer auch im Urlaub nicht ganz abschalten. Statt seinem Handy nutzt er ein anderes Hilfsmittel, um mit seinem Manager in Kontakt zu bleiben.


Rückkehr in die Champions League, Vizemeisterschaft und ein klarer Punktsieg in den beiden Revierderbys gegen den BVB - die Bundesliga-Debütsaison von Schalke-Coach ​Domenico Tedesco ist traumwandlerisch gut verlaufen. Die Stimmung auf Schalke ist so gut wie lange nicht mehr, der 32-Jährige Trainer-Newcomer hat es geschafft, den Klub zu einen.

Eigentlich Grund genug, um nach der Saison endlich mal durchzuatmen und sich eine Ruhepause zu gönnen. Nicht so für Tedesco: Der Deutsch-Italiener konnte es nicht lassen und arbeitete nach Saisonschluss einfach weiter. In den ersten 14 Tagen nach Ablauf der Spielzeit führte er etliche Gespräche, bereitete Trainingspläne vor und bedankte sich bei allen Mitarbeitern per E-Mail für die Zusammenarbeit. Tedesco macht seinem Ruf als Arbeitstier wieder einmal alle Ehre. Eine besondere Qualität dabei: Tedesco kümmert sich um alles, gibt jedem Knappen-Mitarbeiter dabei das Gefühl wichtig zu sein.


Tedesco umgeht Heidels Arbeitsverbot


Sein Arbeitseifer ist für Manager Christian Heidel aber auch mit Vorsicht zu genießen. Die Ruhepause im Sommer wichtig, um die Akkus wieder aufzuladen. Deshalb musste Heidel seinen Trainer auch zu seinem Glück zwingen und ​verordnete ihm ein zweiwöchiges Arbeitsverbot. Mit Frau Carmela und Tochter Lia ging es für Tedesco in den Urlaub - irgendwohin außerhalb Europas, wo er endlich abschalten kann. Laut Heidel hält sich Tedesco dort auch an die Anweisungen seines Managers: "Der Trainer hat sein Handy im Hotelsafe eingeschlossen“, erklärte Heidel gegenüber der WAZ.

Seine Worte hätte Heidel allerdings sorgfältiger wählen sollen. Zwar hat Tedesco sein Handy beiseite gelegt, das Tablet des 32-Jährigen ist aber weiter im Einsatz. "Jetzt schickt Domenico mir über sein iPad E-Mails. Ich wusste gar nicht, dass so etwas funktioniert“, schmunzelt Heidel. Der habe nun "die Kommunikation trotzdem ein bisschen eingestellt. Im Moment läuft uns nichts weg“, versucht er, den Knappen-Coach zu beruhigen. 


Die Personalplanungen sind ohnehin weit fortgeschritten. Mit Suat Serdar, Salif Sané, Steven Skrzybski und Mark Uth wurden alle Manschaftsteile bereits verstärkt. Es fehlt lediglich ein weiterer Mittelfeldspieler, der den abgewanderten Max Meyer ersetzen soll. Rund zehn Millionen Euro ist man wohl bereit für diesen zu investieren. Aus der Ruhe bringen will sich Heidel bei der Suche nicht. Zuletzt hatte er erklärt, den Markt noch etwas beobachten zu wollen. Zugeschlagen werden soll dann wohl erst, wenn Tedesco von seinem Manager die Arbeitserlaubnis wieder zurück bekommt.