Gemunkelt wurde es schon länger. Nun hat der neue VfL-Sportchef Jörg Schmadtke bei seiner Vorstellung am Mittwoch bestätigt, dass man sich in Gesprächen mit Wolfsburg-Urgestein Marcel Schäfer befinde. Der 34-Jährige soll bereits ein Jahr früher als geplant in die Autostadt zurückkehren und zum Bindeglied zwischen Mannschaft, Management und Fans werden.


Marcel Schäfer steht für die erfolgreichste Zeit des ​VfL Wolfsburg. In der Meistersaison 2008/09 war der 34-Jährige unter Felix Magath als Linksverteidiger gesetzt und verpasste keine einzige Bundesliga-Minute. Schäfer war einer der Schlüsselfiguren im Wölfe-Team und schaffte damals sogar den Sprung in die Nationalmannschaft (neun Länderspiele). Als der VfL 2015 mit dem DFB-Pokal den zweiten großen Vereinstitel holte, war Schäfer zwar längst nicht mehr gesetzt. Dem VfL hielt er dennoch die Treue - neben seiner fußballerischen Klasse eine Eigenschaft, die ihn bei den Wölfe-Anhängern so beliebt gemacht hat. 

256-mal lief er insgesamt für Wolfsburg in der Bundesliga auf, bevor er sich im März 2017 in die USA verabschiedete. Dort will er bei den Tampa Bay Rowdies in der zweitklassigen US-Liga seine Karriere ausklingen lassen. Von Anfang an war zwischen Klub und Spieler der Abschied nur auf Zeit vereinbart. Schäfer besitzt beim VfL einen Anschlussvertrag als Sportlicher Leiter ab Sommer 2019.


Schon länger wurde spekuliert, dass der am Donnerstag 34 Jahre alt gewordene ​Schäfer schon früher als bisher geplant in die Autostadt zurückkehrt. Dort will man sofort mit der Neuausrichtung beginnen, ​der neue Geschäftsführer Jörg Schmadtke wurde am Mittwoch offiziell vorgestellt. Schäfer könnte ihm unter die Arme greifen und als Bindeglied zwischen Team und Management fungieren.


"Wir sind mit Marcel Schäfer im Kontakt und auch in Gesprächen", machte Schmadtke bei seiner Vorstellung den Schäfer-Plan offiziell. Ob dieser tatsächlich seine Spieler-Karriere mit sofortiger Wirkung beendet, stehe aber noch nicht fest. "Man wird sehen, wo die Gespräche hinführen. Er ist ein Kandidat, aber es ist noch nichts entschieden", erklärte Schmadtke weiter. 

Neben Schäfer gilt auch Ex-Bundesliga-Stürmer Jan Schlaudraff als Kandidat. Der 34-Jährige kennt Schmadtke aus seiner Zeit in Hannover und könnte gar gemeinsam mit Schäfer und Schmadtke ein neues Führungstrio beim VfL bilden.

Hertha BSC v Hannover 96 - Bundesliga

Macht Jan Schlaudraff aus einem Wolfsburger Führungs-Duo ein Trio?


Ob Schlaudraff wirklich dazugeholt wird, bleibt abzuwarten. Eine Einigung mit Schäfer wird wahrscheinlich bald erfolgen. Mit der öffentlichen Bestätigung der Verhandlungen hätte Schmadtke sonst wohl noch abgewartet. Der 54-Jährige hatte bereits mehrmals betont, dass er ein Mann der Taten und nicht der Worte sei. Die vorzeitige Rückholaktion von Schäfer wäre dabei ein cleverer Schachzug des neuen, starken VfL-Mannes. 


Bei den Anhängern, die sich nach den zwei Seuchen-Jahren immer mehr abgewendet hatten, hätte er gleich zu Beginn ein Stein im Brett. Mit Schäfer hätte er eine absolute Identifikationsfigur an seiner Seite, die Klub, Spieler und Fans endlich wieder einen könnte. Der Neubeginn beim VfL wird so um einiges leichter von der Hand gehen.