Mit der Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft neigt sich für Tin Jedvaj eine durchaus verkorkste Saison dem Ende entgegen. Abwanderungsgedanken beherrschten zuletzt die Medienwelt, Bayer Leverkusens Trainer Heiko Herrlich will den Innenverteidiger zum Bleiben motivieren. 


Wegen einer langwierigen Schienbeinverletzung geriet Tin Jedvaj in der ersten Saisonhälfte kräftig aus dem Tritt. Nach langen Nachwehen, Tribünenplätzen und etlichen Spielen auf der Ersatzbank griff Heiko Herrlich in den letzten Spielen der Saison wieder auf den flexiblen Abwehrmann zurück.


Mit Kroatien fährt der elffache Nationalspieler zur WM, wovon Jedvaj im Winter mitnichten überzeugt war. Der in Zagreb aufgewachsene 22-Jährige ​machte sich zu jenem Zeitpunkt Gedanken über einen Wechsel. Doch schon damals legte Trainer Herrlich seinen Veto ein. Der Übungsleiter plant auch über den Sommer hinaus mit dem Rechtsfuß. 


Er möchte Jedvaj „aus sportlicher Sicht auf jeden Fall“ behalten, wird Herrlich im kicker zitiert. Als Jedvaj als 17-Jähriger in Zagreb spielte, war Herrlich bereits ein „großer Fan von ihm“, so der Trainer. Manager Jonas Boldt bläst ins gleiche Horn: „Potenzial hat er. Die Frage ist, wie viel Geduld er hat.“


Im Gegensatz zur vergangenen Saison qualifizierte sich ​Bayer Leverkusen wieder für den Europapokal, was die Chancen für Jedvaj auf Einsatzzeit erhöht. Herrlich, der gerne rotiert, sagt: „Das Argument zu wenig Einsatzzeit greift dann nicht mehr.“ Vorerst muss sich Leverkusen aber in Geduld üben: Spielt Jedvaj, der Vertrag bis 2020 besitzt, bei der WM, werden sich andere Klubs zu Wort melden.