WM 2018: Das sind die Favoriten auf den Titel in Russland

Am 14. Juni rollt in Russland endlich der Ball. Das WM-Fieber steigt immer mehr an, Deutschland will sich als Titelverteidiger zum fünften Mal zum Weltmeister krönen. Das Team von Joachim Löw gilt dabei als einer der Top-Favoriten, steht damit aber nicht alleine da. Der Favoritenkreis ist elitär: Eine Handvoll Mannschaften dürften in der Lage sein, am 15. Juli im Moskauer Olympiastadion Luschniki den goldenen Pokal in die Höhe zu stemmen. Dahinter gibt es, wie vor jedem großen Turnier, auch einige Teams, denen eine Überraschung zuzutrauen ist.


Das sind die Favoriten und Geheimtipps auf den WM-Titel:

8. Top-Favorit: Deutschland

Allein schon historisch gesehen gilt die DFB-Auswahl als einer der großen Favoriten auf den Titel. Als Turniermannschaft bekannt, ist Deutschland mit acht Final-Teilnahmen der Rekordhalter. Der Titelverteidiger startet auch vier Jahre nach dem Triumph von Brasilien mit einem hochkarätigen und ausgeglichenen Kader in das Turnier. Die Gruppenhase sollte dabei als Sieger überstanden werden, dann könnte es zum Duell mit der Schweiz oder Serbien als zweiter in Gruppe E kommen. In einem möglichen Viertelfinale könnten England, Belgien oder Kolumbien warten. Sollte der Halbfinal-Einzug gelingen, winkt ein Duell mit Spanien oder eine Neuauflage des WM-Finales gegen Argentinien.

7. Top-Favorit: Spanien

Die Spanier starten hochmotiviert in das Turnier. Für Spieler wie Sergio Ramos und Gerard Pique dürfte es die letzte Chance auf einen Titel mit der Furia Roja sein. Andere wie Isco, Marco Asensio oder Lucas Vazquez stehen für die kommende, nicht minder talentierte Generation. Mit diesem Mix ist Spanien ein ganz heißer Anwärter auf den Titel, zumal man nach dem Aus in der Gruppenphase 2014 und der Niederlage im EM-Achtelfinale gegen Italien Wiedergutmachung betreiben will. 


In der Gruppe mit Europameister Portugal ist man klarer Favorit. Als Gruppensieger würde im Achtelfinale ein Gegner aus der nicht so stark eingeschätzten Russland-Gruppe warten. Im Viertelfinale könnte es zum Kracher gegen Argentinien kommen.

6. Top-Favorit: Frankreich

Die Franzosen starten mit dem zweitjüngsten Kader aller 32 Teilnehmer in das Turnier. Das liegt auch an Spielern wie Kylian Mbappé oder Ousmane Dembélé, die zusammen mit Antoine Griezmann, Paul Pogba und Co. in Russland Großes erreichen wollen. Die Liste der Stars ist lang, Nationaltrainer Didier Deschamps verfügt auf jeder Position über viel Talent und Klasse. Damit ist die Equipe Tricolore zwangsläufig einer der Top-Favoriten auf den Titel. Die Achillesferse der Franzosen könnte allerdings der Zusammenhalt im Team sein. Bei den vergangenen Turnieren gab es häufig Querelen, die verhinderten, dass der Weltmeister von 1998 sein Potenzial voll ausschöpft.


Die Gruppenphase mit Australien, Dänemark und Peru dürfte kein Problem darstellen, im Achtelfinale würde als Gruppensieger der Zweite der Gruppe D warten. Dort sind Argentinien und Kroatien die heißesten Eisen. Europameister Portugal könnte im Viertelfinale folgen. Gelingt die Revanche vom EM-Finale, wäre ein Duell mit Brasilien möglich.

5. Top-Favorit: Brasilien

Superstar Neymar ist rechtzeitig zum Turnierstart fit und präsentierte sich im Test gegen Kroatien in Gala-Form. Mit ihm ist die Seleçao ein weiterer Top-Favorit auf den Titel. Der Rekordweltmeister will die Schmach der 1:7-Halbfinal-Pleite gegen Deutschland im eigenen Land wettmachen. Unter Coach Tite scheinen die Brasilianer dabei wieder stabiler daher zu kommen. Talent im Überfluss ist im Kader nach wie vor vorhanden. 


In der Gruppe mit Serbien, Schweiz und Costa Rica sollte man sich als Sieger durchsetzen, dann wartet wohl der Zweite aus der Deutschland-Gruppe, bevor ein mögliches Viertelfinale gegen England oder Belgien steigen könnte.

4. Außenseiterchancen: Argentinien

Ein Team mit Lionel Messi muss man immer auf der Rechnung haben. Zumal die Offensive der Gauchos mit Namen wie Gonzalo Higuain, Sergio Aguero oder Paulo Dybala besetzt ist. Je weiter man nach hinten blickt, desto dünner wirkt der Kader der Albiceleste allerdings. Der Ausfall von Stammkeeper Sergio Romero wirkt schwer. Der 31-Jährige ist bei Manchester United nur die Nummer zwei - eine Tatsache, die zeigt, wie schwach der zweifache Weltmeister auf der Torwartposition besetzt ist.


In der Gruppe D trifft Argentinien auf Nigeria, Kroatien und Island. In einem möglichen Viertelfinale würden als Gruppensieger ein relativ leichter Gegner warten: Dänemark, Peru oder Australien. Wird man dagegen nur Zweiter, droht das Duell mit Frankreich und das Turnier könnte früh beendet sein.

3. Außenseiterchancen: Belgien

Belgien ist eigentlich längst kein Geheimfavorit mehr. Die roten Teufel wurden schon bei den vergangenen Turnieren hoch gehandelt, enttäuschten aber jeweils auf ganzer Linie. Das Team des spanischen Nationaltrainers Roberto Martínez und Co-Trainer Thierry Henry ist gespickt mit großen Namen, allen voran Ex-Bundesliga-Star Kevin de Bruyne, Eden Hazard von Chelsea und ManUnited Sturmkante Romelu Lukaku. Insgesamt wirkt der Kader ausgeglichen stark besetzt, vor allem wenn Innenverteidiger Vincent Kompany rechtzeitig fit wird. Sollte es in Russland gelingen das Potenzial endlich abzurufen, ist den Belgiern eine Überraschung zuzutrauen - die auf den zweiten Blick gar nicht so überraschend wäre. 


In der Gruppe G müssen sie sich gegen England durchsetzen. Als Gruppensieger würde man dann wohl auf Japan, Polen oder den Senegal treffen. Im Viertelfinale käme es zum Duell mit Brasilien. Als Zweiter würde wohl Kolumbien im ersten K.o.-Duell warten, weiter ginge es wahrscheinlich dann gegen Deutschland.

2. Überraschungsteam: Kroatien

Bei der EM 2016 haben es die Kroaten noch verpasst, den offen wirkenden Weg ins Finale zu gehen. In Russland könnte nun ein Überraschungscoup gelingen. Die Mannschaft von Trainer Zlatko Dalic dürfte nicht leicht zu schlagen sein. Im Mittelfeld verfügt Kroatien über eine Weltklasse-Achse mit Luka Modric und Ivan Rakitic. Offensiv ist Ex-Bayern-Stürmer Mario Mandzukic der größte Name. Mit Ivan Perisic, Andrej Kramaric und Ante Rebic haben die Kroaten pfeilschnelle und dribbelstarke Spieler im Kader. Die Defensive wird angeführt von Liverpool-Verteidiger Dejan Lovren. Gegen Brasilien setzte es im jüngsten Test allerdings eine 0:2-Schlappe. Dennoch ist Kroatien viel zuzutrauen.


In der Gruppe dürfte man sich mit Argentinien um den Gruppensieg streiten. Dementsprechend ist der weitere Weg. Leichtes Achtelfinale gegen Dänemark, Peru oder Australien oder ein Kracher gegen Frankreich.

1. Überraschungsteam: Uruguay

Mit den Urus ist in Russland zu rechnen. Als Zweiter der Südamerika-Qualifikation konnte sich das Team von Óscar Tabárez hinter Brasilien souverän qualifizieren. Bei der WM wartet auf den zweifachen Titelträger eine leichte Gruppe mit Gastgeber Russland, Saudi-Arabien und Ägypten. Der Kader ist dabei von vorne bis hinten stark besetzt: Fernando Muslera (Galatasaray) ist ein zuverlässiger Schlussmann, davor bilden Kapitän Diego Godin und José Giménez die eingespielte Innenverteidigung - genau wie im Klub bei Atletico Madrid. Im Mittelfeld tummeln sich eher unbekanntere Namen, die neben viel Kampfgeist aber auch über die nötige Qualität verfügen. Der 22-jährige Lucas Torreira von Sampdoria Genua ist hier zu nennen, ebenso wie der 20-jährige Youngster Rodrigo Bentancur von Juventus Turin. Das Sturmduo verkörpert mit Edison Cavani und Luis Suarez ohnehin Weltklasse. Dahinter steht mit Maximiliano Gómez ein interessanter Mittelstürmer als Ersatz bereit. Der 21-Jährige hat in der abgelaufenen Saison für Celta Vigo in Spanien 18 Treffer erzielt.


Der Gruppensieg sollte für Uruguay drin sein. Dann wartet im Achtelfinale wohl Portugal. Setzt man sich durch, entscheidet sich wahrscheinlich im Duell mit Frankreich, ob die Urus für die ganz große Überraschung imstande sind.