Nach dem umstrittenen Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan wurde Ilkay Gündogan​ beim Testspiel gegen Österreich vereinzelt ausgepfiffen, auch ansonsten gab es viel Kritik für den Mittelfeldspieler von ​Manchester City.


Lange hatte Ilkay Gündogan nach seinem Treffen mit Erdogan geschwiegen, am Dienstag bezog der ehemalige Dortmunder erstmals Stellung zur Kritik an seiner Person. "Einige Reaktionen haben mich getroffen, vor allem auch die persönlichen Beleidigungen", erklärte Gündogan. "Ich verstehe, dass man die Aktion nicht gut finden muss. In den letzten Jahren haben wir viel dazu beigetragen, die Integration in Deutschland zu fördern."


Grundsätzlich habe Gündogan kein Problem mit Kritik und lebe "Meinungsfreiheit", allerdings seien persönliche Angriffe ein No-Go. "Beleidigen lassen will ich mich auch nicht", so Gündogan. Er habe nie ein politisches Statement setzen wollen, sagte Gündogan. "Wir haben durch unsere türkischen Wurzeln noch einen sehr starken Bezug zur Türkei. Das heißt aber nicht, dass wir jemals behauptet hätten, Herr Steinmeier sei nicht unser Bundespräsident oder Frau Merkel nicht unsere Bundeskanzlerin.


"Wir sind in Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen", erklärt der ehemalige Dortmunder über sich und Nationalmannschaftskollege Mesut Özil. "Die Stadt hat einen sehr hohen Migrationsanteil. Es war daher für mich ein tiefer Schlag, dass es so dargestellt wird, dass wir nicht integriert seien und nicht nach deutschen Werten leben würden."