Der umstrittene Bayern-Star Thiago richtet seinen Blick auf die WM in Russland. Von der Qualität der spanischen Nationalmannschaft ist er überzeugt. Zu seiner Zukunft in München hält er sich dagegen weiter bedeckt. Seine Ex-Kollegen haben sich offenbar für eine Rückkehr zu seinem Jugendklub ausgesprochen.


Anders als Bayern-Teamkollege Javi Martinez steht Thiago Alcántara im spanischen WM-Aufgebot. Und anders als bei Martinez scheint die Zukunft des 27-Jährigen beim ​Rekordmeister ungewiss. Der zentrale Mittelfeldspieler besitzt in München zwar noch einen Vertrag bis 2021, an der Säbener Straße ist man allerdings nicht gänzlich zufrieden mit dem verletzungsanfälligen Techniker. Gerade in den entscheidenden Spielen taucht Thiago regelmäßig ab - so der Vorwurf.

Auf der anderen Seite mehren sich die Gerüchte um den einstigen Guardiola-Liebling. Neben ​Manchester City steht auch eine Rückkehr zu Jugendklub ​FC Barcelona im Raum. Von dort wechselte Thiago im Sommer 2017 für 25 Millionen Euro zu den Bayern, der Kontakt in seine Heimat ist aber nie abgebrochen. Wie die spanische Zeitung Sport berichtet, hätten mehrere "wichtige Spieler" bei Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu den Wunsch geäußert, Thiago zurückzuholen. Der Zeitpunkt sei ideal: Bayerns neuer Trainer Niko Kovac soll angeblich nicht mehr auf den Spanier setzen, bei den Katalanen könnte er Vereins-Legende Andres Iniesta beerben. 


Thiago will sich auf WM konzentrieren


Klar ist, sein Vater Manzinho lässt keine Möglichkeit ungenutzt, Thiago bei Barça ins Gespräch zu bringen. Manzinho spielte einst selbst unter anderem für den FC Valencia in Spanien und lief insgesamt 23-mal für die brasilianische Nationalmannschaft auf. Mit der Selecao wurde er 1994 Weltmeister. Sohn Thiago hat sich dagegen für Spanien entschieden. Im Team von Nationalcoach Julen Lopetegui gilt der 27-fache Nationalspieler als Startelfkandidat - seine Rückennummer zehn dient nicht zuletzt als Indiz, dass Thiago in Russland als spanischer Spielgestalter gesetzt ist.


Im jüngsten Test beim 1:1 gegen die Schweiz stand er im zentralen Mittelfeld als einer der wenigen 90 Minuten auf dem Platz. Thiago präsentierte sich in starker Form und äußerte sich im Anschluss bei Radiosender ​Onda Cero zu den Aussichten bei der WM: "Wir haben viel Qualität, Begeisterung und Hunger, das sieht sehr gut aus", gab er sich optimistisch. Fragen zu seiner Zukunft wollte er allerdings nicht beantworten. ​Seine volle Konzentration richte sich auf die Weltmeisterschaft, versicherte er. "Meine Zukunft ist das nächste Spiel der Nationalmannschaft", hielt sich Thiago bedeckt.


Damit wiederholt der 27-Jährige ähnliche Aussagen in den vergangenen Wochen. Auszuschließen ist ​sein Wechselwunsch damit aber nicht.  In München sei man jedenfalls bereit Thiago ziehen zu lassen - bei einer entsprechenden Ablösesumme. In den Medien kursiert bereits ein Angebot des FC Barcelona über 40 Millionen Euro. Die Bayern sollen (noch) das Doppelte verlangen. Wie die Bild berichtet, würde man an der Säbener Straße aber ab 50 Millionen Euro ins Grübeln kommen.