​Bundestrainer Jogi Löw hat heute nach der Bekanntgabe des finalen 23-Mann-Kaders für die ​WM in Russland auch begründet, warum die vier Spieler Bernd Leno, Jonathan Tah, Leroy Sané und Nils Petersen gestrichen wurden. Dabei erklärte er, warum er sich gegen den überraschend berufenen Petersen und für den erfahrenen Mario Gomez entschieden habe.


Laut der ​Frankfurter Rundschau seien die einzelnen Entscheidungen nach Angabe Löws "wahnsinnig knapp" gewesen, man habe darauf geachtet, "dass alle Positionen doppelt besetzt sind". Löw hat sich die Entscheidungen nach seinen Aussagen zu Manuel Neuer (Nummer Eins oder nichts), seiner überraschenden Nominierung von Nils Petersen und nun der durchaus kontroversen Streichung Leroy Sanés nicht leicht gemacht. Der Bundestrainer wollte ursprünglich darauf verzichten, einzelne Namen zu diskutieren und ließ bei der Pressekonferenz keine Nachfragen zu, allerdings gab er danach vor der Tür einige Erklärungen ab. Dabei äußerte er sich auch zum ​Freiburger Stürmer Nils Petersen.

Im Angriff habe er sich zwischen Nils Petersen und Mario Gomez zu entscheiden gehabt: "Wir konnten nicht auf der Verteidigerposition noch einen wegnehmen, um offensiv einen Spieler mehr zu haben", erklärte Löw, der bei der ​Nominierung des Kaders darauf geachtet hatte, entsprechend der favorisierten 4-2-3-1 Formation jede Positionsgruppe verhältnisgetreu zu besetzen, also acht Verteidiger und mit Timo Werner und Mario Gomez nur zwei echte Stürmer zu nominieren. Außerdem können auch Thomas Müller und Marco Reus als hängende Spitzen agieren.


Bei der Entscheidung zwischen Gomez und Petersen habe neben der Erfahrung vor allem der Spielertyp den Ausschlag gegeben: Gomez habe "körperlich sehr präsent gewirkt" und bei Petersen sei "die Zeit relativ knapp" geworden. Nachdem sich Löw bei der Nominierung des vorläufigen Kaders gegen Sandro Wagner entschied, war Gomez der einzige Stürmer im deutschen Kader, der als klassischer Strafraum- und Kopfballstürmer bezeichnet werden kann. Mit seiner körperlichen Präsenz kann der 32-Jährige Bälle abschirmen und sich auch im Zweikampf gegen robuste Innenverteidiger durchsetzen, während Petersen eher der laufstarke Arbeiter im Sturm ist. 

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Petersen habe sich im Laufe des Trainingslagers von Tag zu Tag verbessert, allerdings sei die kurzfristige Nominierung zu nah vor dem Turnier gekommen. Nicht zuletzt wegen Gomez' großer Erfahrung von 74 Länderspielen, in denen er 31 Tore erzielte, entschied sich Löw deshalb für den Routinier und klassischen Stoßstürmer. Während Petersen mit insgesamt 19 Saisontoren einer der besten Freiburger Spieler war und seine Qualitäten als Joker unter Beweis stellte, konnte Gomez in einer starken ​Stuttgarter Rückrunde acht Tore in 16 Spielen machen.