Ziel erreicht: Manuel Neuer fährt als Kapitän und Nummer eins im deutschen Tor zur Weltmeisterschaft nach Russland. "Es war eine harte Zeit. Ich wusste, dass ich es schaffen kann und auch werde", freute sich Neuer. Nach einer finalen Untersuchung gaben die Ärzte grünes Licht, die Generalprobe gegen Österreich meisterte er zuvor souverän. 


Es war eine der wenigen positiven Erkenntnisse aus der ​Testspiel-Niederlage gegen Österreich: Weltmeister-Keeper und DFB-Kapitän Manuel Neuer ist wieder fit und einsatzbereit. Am Montagvormittag fanden die vielen Spekulationen der vergangenen Wochen und Monaten​ ein Ende. Joachim Löw machte zur Gewissheit, was schon seit dem Samstagabend in Klagenfurt als sicher galt: Manuel Neuer fährt mit ​nach Russland - als Nummer eins im deutschen Tor.

Austria v Germany - International Friendly

Test bestanden, der Fuß hält: Manuel Neuer auf dem Weg zur WM nach Russland.



"Er hat nach dem Spiel keine Probleme gehabt mit seinem Fuß", sagte Löw nach der Österreich-Partie. "Man hat ihm die lange Pause nicht angemerkt", freute sich der Bundestrainer. Eine Erkenntnis, die in den vergangenen Tagen im Trainingslager von Eppan gereift ist und die von Löw, Torwarttrainer Andreas Köpke und Neuers Kollegen nicht müde wurde betont zu werden. Letzte Zweifel beseitigte eine ​MRT-Untersuchung am Sonntag. "Ich kann bestätigen, dass heute - wie schon länger geplant - eine finale Kontrolle bei Manuel Neuer stattgefunden hat. Aus medizinischer Sicht ist alles bestens“, bestätigte DFB-Pressesprecher Jens Grittner.

Germany To Announce Final Squad For The 2018 FIFA World Cup Russia

Die Freude und Erleichterung über die WM-Teilnahme war Neuer anzumerken.



Auf der Pressekonferenz, bei der ​Löw seinen finalen WM-Kader bekannt gab, sprach auch Neuer. "Es wäre nicht unbedingt notwendig gewesen. Aber haben wir haben das in der Vergangenheit regelmäßig gemacht. Die Untersuchungen waren alle gut, deshalb war ich auch fest davon überzeugt, dass die Bilder wieder gut werden”, erklärte er zu der Untersuchung am Vortag. 


Der 32-Jährige zeigte sich erleichtert, den Sprung nach Russland geschafft zu haben. "Es war eine harte Zeit, aber ich hatte immer das Ziel vor Augen. Ich wusste, dass ich es schaffen kann und auch werde", so Neuer. "Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen beim DFB-Team und beim FC Bayern bedanken."

Während seiner achtmonatigen Pause sei er immer "sehr positiv" geblieben. "Hätte ich das Gefühl nicht gehabt, würde ich hier nicht sitzen", versicherte Neuer. "Ich habe auch ein gutes und ehrliches Feedback meiner Mitspieler bekommen", zeigte er sich dankbar. Nun gehe es für ihn darum, bei der WM so viele Spiele wie möglich zu machen. Ein besonderes Risiko gehe er dabei nicht ein. "Das Risiko ist genauso wie bei jedem anderen Spieler auch. Ich mache mir darüber keine Gedanken", versicherte der DFB-Kapitän.


Auf das Turnier in Russland blickt er optimistisch. Derzeit genieße er "jede Trainingseinheit. Jedes Training ist ein Prüfstein. Für mich ist das ehrliche Feedback das Wichtigste. Ich hätte es den Trainern gesagt, wenn ich kein gutes Gefühl gehabt hätte", versicherte er und hielt fest: "Die Entscheidung trifft in erster Linie das Trainerteam."

Für seinen Kollegen Marc-André ter Stegen hatte er nur Lob übrig. "Er hat eine gute Saison gespielt bei so einem starken Team wie dem FC Barcelona und ist eine große Stütze für unsere Mannschaft", betonte Neuer. Ter Stegens schwierige Situation sei ihm dabei durchaus bewusst. Der Barça-Keeper stand als Nummer eins in den Startlöchern, wäre Neuer nicht rechtzeitig fit geworden. Nun bleibt ihm wohl nur die Zuschauerrolle von der Reservebank. "Wir haben einen täglichen Austausch. Es ist klar, dass jeder Spieler spielen will."