Nachdem Bundestrainer Jogi Löw vier Torhüter für den vorläufigen Kader nominiert hatte und Manuel Neuer das Testspiel gegen Österreich gut und verletzungsfrei absolvierte, war klar, dass entweder Bernd Leno oder Kevin Trapp noch gestrichen werden würden. Nachdem es nun den Leverkusener Torwart erwischt hat, kann sich Leno ganz auf seine unklare Zukunft im Verein fokussieren. Schließlich hat Bayer 04 für die neue Saison bereits Lukas Hradecky von Eintracht Frankfurt verpflichtet. 


Da Hradecky nach seiner guten Saison in ​Frankfurt nicht nach Leverkusen wechselt, um sich auf die Bank zu setzen, scheint die Zeit von Leno bei ​Bayer 04, wo er seit 2011 spielt, abgelaufen. Wie die ​​Sport Bild berichtet hatte, habe Leno den Werksklub dabei bereits im Frühjahr vor der Verpflichtung Hradeckys darüber informiert, Leverkusen trotz Vertrages bis 2020 für die vertraglich festgeschriebene Ablöse von 20 Millionen Euro verlassen zu wollen. Allerdings sei diese Klausel nur bis zum 30. April gültig gewesen. Nun hat Leno trotz einiger Interessenten noch keinen neuen Klub gefunden und Leverkusen bereits seinen Nachfolger verpflichtet.

Offensichtlich war kein neuer Verein bereit, die festgeschriebene Ablöse von 20 Millionen Euro zu zahlen. Bisher wurden der ​FC Arsenal, Atletico Madrid, der ​AS Rom und zuletzt der SSC Neapel mit dem deutschen Torwart in Verbindung gebracht. Nachdem Unai Emery bei Arsenal die Nachfolge von Arsene Wenger angetreten hatte, war des Interesse der Londoner aber deutlich abgeflaut. Und auch ein möglicher Transfer zu Napoli, wo Leno den zum AC Mailand abwandernden Pepe Reina ersetzen könnte, geriet zuletzt ins Stocken; denn Napoli möchte wie bei allen seinen Transfers 100 Prozent der Bildrechte am Spieler erwerben, womit Lenos Berater nicht einverstanden sind. 


Noch vor wenigen Tagen hatte Uli Ferber, Lenos Berater, zu der Zukunft seines Schützlings geäußert: "Bernd konzentriert sich voll und ganz auf die Nationalmannschaft, nichts anderes zählt. Hinsichtlich seiner Zukunft gibt es mehrere Optionen, die ohne jede Hektik geprüft werden, daran hat sich auch heute nichts geändert." Die Konzentration auf die Nationalmannschaft hat sich seiner heutigen Streichung für diesen Sommer erledigt. Dabei hat ihm Torwartkollege Manuel Neuer noch lobende Worte mit auf den Weg gegeben: "Immer bitter für einen Spieler, abreisen zu müssen. Tut mir leid für Leno. Er ist ein Top-Torwart."


Für die Verhandlungen mit neuen Klubs ist Lenos Streichung aus dem WM-Kader sicher nicht hilfreich. Zuletzt wurden vor allem ​Atletico Madrid, aber auch der AS Rom als mögliche Interessenten geäußert, da beide in Person von Jan Oblak beziehungsweise dem Brasilianer Allison Becker ihre Stammtorhüter in diesem Sommer verlieren könnten. Die Frage dabei ist, ob sich diese etablierten Champions-League-Teams den vierten deutschen Keeper als Stammtorwart holen, und ob sie dem 26-jährigen Leno zutrauen, sich auch im Ausland durchzusetzen.