Der Begriff "Stagnation" steht bei RB Leipzig auf der verbotenen Liste. "Vormarsch" heißt das Zauberwort. Deshalb sollen auch weiter hochtalentierte, junge Spieler verpflichtet werden. Seine Stars will man dagegen halten. Vor allem Timo Werner und Emil Forsberg sind international heiß begehrt. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff gibt sich jedoch gelassen - und verweist auf die laufenden Verträge.


Kampfansage aus Leipzig: Nach Rang sechs und der Qualifikation für die Europa League  kündigt RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff an: "Stagnation gibt es bei uns nicht. Wir werden in allen Bereichen auf dem Vormarsch sein." Nach der Vizemeisterschaft im ersten Bundesliga-Jahr will Leipzig wieder um die Königsklasse spielen. Dazu muss ein geeigneter Hasenhüttl-Nachfolger her, den Mintzlaff "​in spätestens zwei Wochen" präsentieren will.


Dem neuen RB-Coach soll dabei eine schlagkräftige Mannschaft zur Verfügung gestellt werden - ganz nach der Klubphilosophie: "Wir halten daran fest, auf junge Spieler zu setzen und einen nachhaltigen Weg zu gehen", betonte Mintzlaff im Gespräch mit der Bild. Die Verpflichtung von Nordi Mukiele ist bereits sicher. Der französische Shootingstar soll die Defensive verstärken. Weitere hochtalentierte Neuzugänge sind geplant. "Wir haben unter der Leitung von Chefscout Paul Mitchell einige tolle Spieler auf der Liste. Ich bin mir auch hier sicher, dass wir davon einige verpflichten werden. Nordi war der Anfang", so der 42-Jährige.

Ohne auf die die kolportierte Summe von 40 Millionen Euro einzugehen, spricht Mintzlaff von einem guten Budget, das allerdings aufgrund der hohen Ansprüche auch nötig sei. Dazu wolle man künftig "noch mehr Talente aus den eigenen Reihen hochziehen. Aber das braucht Zeit". Auf der anderen Seite muss und will Leipzig die eigenen begehrten Spieler halten. Bei Naby Keita hat das nicht funktioniert, der Mittelfeld-Star wechselt zum FC Liverpool.

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Nordi Mukiele kommt für 16 Millionen Euro von HSC Montpellier.


Mintzlaff gibt sich bei Werner und Forsberg gelassen


Anders soll es aber bei Timo Werner und Emil Forsberg laufen. Letztgenannter liebäugelt immer wieder mit seinem Abschied aus Leipzig. ​Halb Europa soll an dem schwedischen WM-Teilnehmer dran sein. "Emil hat noch Vertrag bis 2022 und keine Ausstiegsklaussel", bekräftigt der RB-Geschäftsführer. "Er ist ein Klasse-Typ und ich habe das Gefühl, dass er sich in Leipzig wohlfühlt", so Mintzlaff weiter. Zuletzt wurde darüber spekuliert, ​RB wäre ab einem Angebot über 50 Millionen Euro gesprächsbereit. Mehr als einen Verweis auf die Vertragsmodalitäten des Spielmachers war Mintzlaff allerdings nicht zu entlocken.

Napoli v RB Leipzig - UEFA Europa League

Mintzlaff glaubt an den Verbleib des begehrten Duos Werner (m.) und Forsberg (r.).


Etwas eindeutiger klingt er da schon in Bezug auf Timo Werner. "Timo ist eine wichtige Säule in unserem Team. Wir planen mit ihm. Er spielt nächste Saison bei uns", betont Mintzlaff. Die ​Aussagen des Nationalstürmers, wonach er den Klub wechseln müsse, um zu Weltklasse zu reifen, wolle er nicht zu hoch hängen. "Dieser Satz ist sehr aus dem Interview gerissen. Timo hat auch gesagt, dass er bei uns bleiben möchte und ​so einen Schritt, wenn überhaupt, erst in vier, fünf Jahren sieht. Seitdem Timo bei uns ist, hat er eine tolle Entwicklung genommen, die weder für den Verein noch für Timo zu Ende ist. Er hat noch zwei Jahre Vertrag bei RB Leipzig. Insofern sehe ich das entspannt.“


Generell sei wichtig, dass man in Personalfragen "das Heft des Handelns in der Hand" habe und immer glaubwürdig agiere. Denn: "Mittlerweile weiß jeder, wie attraktiv und beliebt RB ist - hier kann sich jeder nachhaltig entwickeln."