RB Leipzig sucht nach einem neuen Trainer. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff kündigt eine baldige Entscheidung an, die "für den einen oder anderen am Ende sicher überraschend" sein werde. Die Verhandlungen mit der "Wunschlösung" laufen bereits. Ob Sportdirektor Ralf Rangnick ein Teil davon ist, ließ Mintzlaff offen.


Nach zwei erfolgreichen Jahren hat sich ​RB Leipzig am Ende der abgelaufenen Saison von Trainer Ralph Hasenhüttl getrennt. Eine Trennung, die ein Jahr vor Ablauf des Vertrages auf Wunsch des Österreichers geschehen sei, wie Leipzigs Vorstandsboss und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff betont. Die RB-Verantwortlichen hatten dem 50-Jährigen zuvor mitgeteilt, den Vertrag nicht über 2019 hinaus verlängern zu wollen.

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Mintzlaff: Hasenhüttl konnte sich RB-Verbleib nicht vorstellen.



"Unsere Absicht und Überzeugung war es mit dem Trainer ins dritte Vertragsjahr zu gehen", erklärt Mintzlaff im Gespräch mit der Bild und entkräftet damit Berichte, ​Hasenhüttls Mannschaftsführung sei der ausschlaggebende Faktor gewesen. "Ralph konnte sich das aber leider überhaupt nicht ohne eine Vertragsverlängerung vorstellen. Wir wollten am Ende der Hinrunde verlängern, da wollte der Trainer nicht. Danach wollten wir erstmal abwarten und die Saison zu Ende spielen. Die Trennung verlief dann sauber, stilvoll und gut“, sagt der 42-Jährige


In der Auflösungsvereinbarung wurde eine Klausel verankert, die es Hasenhüttl untersagt, bis zum ersten September einen neuen Klub zu übernehmen. Laut Mintzlaff sei dies sogar ein "fairer Vorschlag" des Österreichers gewesen. "Dem haben wir entsprochen, um den Vertrag für beide Seiten sauber aufzulösen", so der 42-Jährige. 

Neuer Trainer "in spätestens zwei Wochen"


Die Suche nach einem Nachfolger befinde sich nun im vollen Gange. "​In spätestens zwei Wochen" wolle man einen neuen Trainer präsentieren. "Es gibt eine Wunschlösung und auf diese konzentrieren wir uns. An dieser Lösung arbeiten wir mit Hochdruck", bekräftigte Mintzlaff. Namen wollte der RB-Geschäftsführer dabei keine nennen. "Wir suchen immer nach der 1A-Lösung, aber so viele 1A-Kandidaten gibt es für uns nicht. Deshalb haben wir auch kein Bewerbungsverfahren eingeleitet. Aber ich kann sagen, dass uns noch keiner abgesagt hat. Daraus können Sie alles andere ableiten“, hält sich Mintzlaff bedeckt, kündigt aber eine Lösung an, die nicht auf dem Zettel hätten.


"Ich bin mir sicher: Unsere Wunschlösung wird für den einen oder anderen am Ende sicher überraschend sein.“ Ob das für ​Sportdirektor Ralf Ragnick in Doppelfunktion, wie schon beim Bundesliga-Aufstieg spricht, ließ er offen. "Inwiefern Ralf Rangnick Teil dieser Wunschlösung am Ende ist", wollte er nicht verraten. "Ralf hat in unserem Verein nicht nur Spieler, sondern auch viele Mitarbeiter weiterentwickelt. Das weiss auch ein möglicher neuer Trainer: Jeder profitiert von einer Zusammenarbeit mit ihm", setzt Mintzlaff zur Lobeshymne an.

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Mintzlaff schloss die Rückkehr von Sportdirektor Ralf Rangnick auf den Trainerstuhl nicht aus.



Nicht mehr Teil des Trainerteams werden wohl Hasenhüttl-Assisten Zsolt Löw und Team-Psychologe Sascha Lense sein. "Generell wird es in allen Bereichen des Klubs einen personellen Umbruch geben. Wir haben hohe Ansprüche und werden deshalb auch an personellen Schrauben drehen", bekräftigt Mintzlaff. Der Erfolg des Klubs stehe bei allem im Vordergrund. "Stagnation gibt es bei uns nicht. Wir werden in allen Bereichen auf dem Vormarsch sein", so die Mintzlaff-Kampfansage.