Hannover 96 hat ein erstes Angebot für Torjäger Niclas Füllkrug abgelehnt. Borussia Mönchengladbach hatte gut zehn Millionen Euro für den 14-Tore-Mann geboten. Auszuschließen ist ein Transfer dennoch nicht: Die Fohlen verhandeln offenbar weiter mit dem 25-Jährigen, Hannover könnte bei einem verbesserten Angebot nachgeben.


​Borussia Mönchengladbach hat eine mehr als durchwachsene Saison hinter sich. Viele Verletzungssorgen und am Ende Rang neun sorgten dafür, dass die Fohlen Europa erneut verpassten. Am Niederrhein ist bei der Analyse der Spielzeit wohl eine Erkenntnis gereift, die schon länger zur Diskussion stand: Die Postion des Mittelstürmers. 


Zum Ende der Favre-Zeit in Gladbach etablierte sich im Angriff das Duo Raffael und Lars Stindl. Eine Doppelspitze, die eigentlich gar keine ist, sondern eher aus zwei "falschen Neunern" besteht. Versuche, einen echten Mittelstürmer einzubauen, scheiterten nich nur zuletzt mit Luuk de Jong. ​Rückkehrer Raul Bobadilla kommt im aktuellen Kader für diese Rolle infrage, genau wie Josip Drmic nach dem Ende seiner Leidenszeit. Beide sind, wenn fit, aber meist Reservisten.


Nun könnte Manager Max Eberl einen neuen Versuch mit einem Torjäger wagen. Eberl hat offenbar bereits ein offizielles Angebot an ​Hannover 96 für Niclas Füllkrug abgegeben. "Uns liegt ein Angebot aus Gladbach vor. Dieses Angebot haben wir abgelehnt“, bestätigte 96-Boss Martin Kind. Wie die Bild berichtet, soll die Fohlen-Offerte bei gut zehn Millionen Euro gelegen haben. Angesichts des noch bis 2020 laufenden Vertrages zu wenig für Hannover. "Das ist das gute Recht von 96“, wird Füllkrug-Berater Gunther Neuhaus von der Bild zitiert. "Der Klub hat einen laufenden Vertrag mit Niclas.“

Gescheitert dürften die Verhandlungen aber noch nicht. Hannover will wohl einen Transfer trotz des ​jüngsten Kind-Dementis grundsätzlich nicht ausschließen. Eberl sei deshalb gewillt, sich zunächst mit Füllkrug über einen Wechsel zu einigen. Ein Vertrag bis 2022 und mindestens zwei Millionen Euro Jahresgehalt sollen den 25-Jährigen von der Leine an den Niederrhein locken. Für Füllkrug wäre das eine Verdoppelung seiner aktuellen Gage. Zudem hätte er in Gladbach eine größere Chance sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Hannover 96 v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Bald Teamkollegen? Jannik Vestergaard (l.) und Niclas Füllkrug (r.) im direkten Duell. Die Fohlen wollen im Werben um den 96-Torjäger nicht aufgeben.



Bei den Niedersachsen hat er seine Durchbruchs-Saison hingelegt. 14 Treffer und drei Vorlagen gelangen dem 25-Jährigen, der in jeder Liga-Partie auf dem Feld stand. Zum Vergleich: Im Aufstiegsjahr in der zweiten Liga markierte der in der Bremer Jugend ausgebildeten Füllkrug bei 27 Einsätzen lediglich fünf Tore und drei Vorlagen. Knipst er so weiter, könnte er bald auch ein Thema für die Nationalmannschaft werden. Vor allem, da die anderen Mittelstürmer wie Mario Gomez, Nils Petersen und der zurückgetretene Sandro Wagner schon um die 30 Jahre alt sind. 


Gelingt Eberl die Einigung mit Füllkrug, dürfte das Hannover weiter unter Druck setzen. Die Niedersachsen sollen ab 13 Millionen Euro bereit sein, den Torjäger abzugeben. Bei einem Wechsel nach Gladbach sollen Erfolgsboni für die Europapokal-Teilnahme dazu kommen. Über den Deal freuen würde sich in jedem Fall Aufsteiger ​1. FC Nürnberg. Die Franken, von denen Füllkrug 2016 nach Hannover wechselte, würden zehn Prozent der Ablöse erhalten.