​Trotz einer schwachen Leistung im Testspiel gegen Österreich, mit der sich Julian Brandt wie auch die anderen Wackelkandidaten nicht für den WM-Kader aufdrängen konnte, zeigte sich der Leverkusener dennoch zuversichtlich, am morgigen Montag nicht zu den vier gestrichenen Spielern zu gehören. Brandt äußerte nach dem Spiel, seine Position in der Mannschaft sei "ganz in Ordnung". 


Bei der 1:2-Niederlage gegen Österreich, welche die letzte Chance war, sich vor der finalen Kader-Nominierung noch einmal zu zeigen, konnte sich keiner der möglichen Streichkandidaten wirklich für den WM-Kader empfehlen. Die einzigen Spieler, die eine gute Leistung zeigten, waren der ins Tor zurückkehrende Manuel Neuer, Mittelfeldchef Sami Khedira und Marco Reus, der nach Einwechslung sein erstes Länderspiel seit über zwei Jahren bestritt. Alle drei sollten bei einem guten Fitnesszustand sicher dabei sein. Die Spieler hingegen, die sich noch empfehlen mussten und dafür eine Chance in der Startelf bekamen, zeigten schwache Leistungen. 

Während Ilkay Gündogan im Nationaldress wieder nicht überzeugen konnte und Debütant Nils Petersen über weite Strecken des Spiels in der Luft hing und wenig eingebunden schien, konnten auch die Flügelspieler Julian Brandt und Leroy Sané nicht auf sich aufmerksam machen. Während Sané einige Ballaktionen hatte, sich aber zu viele Ballverluste leistete oder im Dribbling verzettelte, hatte Brandt insgesamt nur sehr wenige Szenen. Bei einem Abschluss aus halbrechter Position konnte der österreichische Torwart parieren, und bei einer weiteren guten Abschlussposition suchte Brandt den Mitspieler statt zu schießen. 


Seine eher schwache Leistung schien auch Brandt selbst aufgefallen zu sein, der nach dem Spiel ​im ​Interview mit Sport1  sagte: "Ich habe mir vorgenommen mein Bestes zu geben. Das ein oder andere Tor hätte ich versenken können." Dennoch wollte der ​Leverkusener die Bedeutung des Testspiels nicht zu hoch hängen: "Gut, dass wir noch nicht am Ende des Trainingslagers sind. Ich hoffe, dass es nur eine Tagesform war." Brandt, der auf der rechten Außenbahn in der Startelf stand und bis zur 67. Minute spielen durfte, ordnete das Ergebnis als leistungsgerecht ein: "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, in der ein gewisses Gesicht der Mannschaft erkennbar war. Es ist komisch, dass wir in der zweiten Halbzeit rauskommen und nichts mehr klappt. Das ist sehr ungewöhnlich für uns. Österreich hat verdient gewonnen."

Dennoch blickt Brandt trotz seiner schwachen Leistung weiter zuversichtlich auf die finale Kader-Nominierung am Montag. "Meine Position ist glaube ich so ganz in Ordnung. Ich bin da nach wie vor ganz entspannt.", meinte der 22-Jährige, der aber vor der EM 2016 schon eine Ausbootung kurz vor dem Turnier erleben musste. Bundestrainer Jogi Löw hingegen wollte die Wichtigkeit des Tests gegen Österreich nach der Niederlage nicht unterbewerten: "Es war enttäuschend, wie wir heute aufgetreten sind. Von den Feldspielern hat sich heute niemand besonders aufgedrängt."


Morgen muss Löw noch vier Spieler streichen und den finalen 23-köpfigen Kader für die ​WM in Russland bekannt geben. Während definitiv noch ein Torwart und ein Innenverteidiger gestrichen werden, kommen in der Offensive einige Spieler als Streichkandidaten in Frage. So dürften sich Brandt und Sané um den Platz des vierten Flügelspielers hinter Thomas Müller, Marco Reus und Julian Draxler streiten. Beide konnten in dieser Saison bei ihren Klubs Bayer Leverkusen beziehungsweise ​Manchester City überzeugen, schafften allerdings noch nicht den Durchbruch in der Nationalmannschaft. Im Sturm dürfte es derweil auf einen Zweikampf zwischen Mario Gomez und Nils Petersen hinauslaufen.