​Laut dem neuen HSV-Sportvorstand Ralf Becker ist der von einer Leihe aus Leeds zurückkehrende Pierre-Michel Lasogga "sportlich superinteressant" für die Mannschaft der Hamburger in der Zweiten Liga. Allerdings ist die Frage, ob Lasogga zum HSV zurückkehren will, um Zweite Liga zu spielen und ob die vertragliche Situation des Stürmers dies zulässt. 


Sportvorstand Becker hat in Hamburg die schwierige Aufgabe, den ​HSV finanziell wieder auf die Beine zu stellen, teure Spieler zu verkaufen, und dennoch eine schlagkräftige Mannschaft für den direkten Wiederaufstieg zusammenzustellen. "Natürlich wollen wir wieder aufsteigen. Diese Ziele werden wir aber ruhig und demütig, mit viel Arbeit und nicht mit großen Sprüchen angehen.", so Becker. Allerdings sei gleichzeitig auch die finanzielle Konsolidierung des Kaders nötig: "Für das, was am Ende raus kam, hat der Club in den letzten Jahren zu viel Geld ausgegeben. Es darf nicht so sein, dass Spieler Tränen in den Augen haben, wenn der HSV anruft, weil sie wissen, dass sie den Vertrag ihres Lebens bekommen."


Bei diesem Unterfangen könnte laut ​NDR auch Lasogga ein Teil der Planungen sein, obwohl auch er einer der Spieler ist, die gemessen an ihren Leistungen ein deutlich zu hohes Gehalt kassieren. Lasogga soll bis zu 3,4 Millionen Euro im Jahr verdienen. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde er in der vergangenen Saison an den englischen Zweitligisten Leeds United verliehen. Sportvorstand Becker meint dennoch: "Er ist bei uns unter Vertrag. Er muss sich einbringen wollen, dann könnte er ein wichtiger Baustein sein." Dann könne Lasogga "für die Zweite Liga ein Topstürmer und sportlich superinteressant" sein. 


Der 26-jährige Mittelstürmer hat in der vergangenen Saison bei Leeds United zehn Tore in 31 Spielen der englischen zweiten Liga erzielt. Und auch im deutschen Unterhaus kennt sich Lasogga aus: Vor seiner Zeit beim HSV spielte er zwischen 2010 und 2013 32 Spiele für Hertha BSC in der 2. Bundesliga und machte dabei 14 Tore. 


Dennoch bleibt abzuwarten, ob Lasogga tatsächlich Teil der Kaderplanungen des HSV für die Zweite Liga sein wird. Denn die Transfer- und Etat-Strategie der Hamburger wird sich in diesem Sommer ändern müssen. Lasoggas Gehalt von kolportierten 3,4 Millionen Euro jährlich entspricht eher dem Durchschnittsgehalt deutscher Europa-League-Teilnehmer, während der durchschnittliche Zweitligaspieler nur eine halbe Millionen Euro verdient. 


Das weiß auch der neue Sportvorstand, der sich hinsichtlich neuer Transfers primär bei anderen Zweitligisten umschauen will: "Die Zweite Liga muss für uns insgesamt ein wichtiger Markt werden. Unser Schwerpunkt muss darauf liegen, Spieler zu holen, die sofort wissen, wie die Zweite Liga funktioniert." Dabei müssen die Hamburger mit den wechselwilligen Spielern auch Ablöse erzielen. Mit den Verkäufen von André Hahn, Luca Waldschmidt und Christian Mathenia wurden bisher 8,5 Millionen Euro erzielt, während Nicolai Müller den Verein ablösefrei verlassen kann. 


Nachdem Kapitän Gotoku Sakai mit in die Zweitklassigkeit gehen wird und Lewis Holtby seinen Vertrag verlängert hat, müssen teure Stars wie Filip Kostic und die Brasilianer Walace und Douglas Santos den HSV wohl noch verlassen. Auch Stürmer Bobby Wood soll gehen. Da ebenfalls hinter dem Verbleib des Hamburger Toptalents Jan-Fiete Arp noch einige Fragezeichen stehen, da man ihn gerne halten würde, aber der 18-jährige nur noch ein Jahr Vertrag besitzt, könnten die Chancen für Stürmer Lasogga steigen - allerdings nicht zu seinen jetzigen Gehaltskonditionen.