Im Jahr 1966 gewann England zum ersten und zugleich letzten Mal den WM-Titel. Im eigenen Land setzten sich die 'Three Lions' im Finale gegen Deutschland nach Verlängerung und dank des legendären Wembley-Tores mit 4:2 durch. Seither wartete man im Mutterland des Fußballs vergebens auf einen erneuten Triumph. Bei der anstehenden ​Weltmeisterschaft in Russland zählt die englische Nationalmannschaft zum erweiterten Favoritenkreis.


Nachdem die englische Auswahl die Weltmeisterschaft in den USA (1994) verpasst hatte, qualifizierte man sich seitdem jeweils immer für die Endrunde. Über das Viertelfinale (2002 und 2006) kamen die 'Three Lions' allerdings nicht hinaus. Bei der letzten WM in Brasilien war für den Weltmeister von 1966 bereits nach der Gruppenphase Endstation. In der Gruppe D (Costa Rica, Italien und Uruguay) hatte England nach drei Partien nur einen Punkt auf dem Konto und musste die Heimreise als Letzter antreten.


In der WM-Qualifikation sicherte sich die englische Nationalmannschaft in der Gruppe F den ersten Platz und blieb ohne Niederlage. Acht Punkte betrug am Ende der Vorsprung auf die Plätze zwei (Slowenien) und drei (Schottland). Die 'Three Lions' wussten in der Qualifikation allerdings nicht immer zu überzeugen und spielten einige Male unter ihren Möglichkeiten. Gegen Litauen (1:0) und Fußballzwerg Malta (2:0) mühten sich die Engländer jeweils zum Sieg. Während die Offensive noch etwas Luft nach oben hat, präsentierte sich die Defensive in der Qualifikation sehr stabil. In zehn Partien ließ die Mannschaft von Nationaltrainer Gareth Southgate nur drei Treffer zu. 


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Nationaltrainer Gareth Southgate hat sein finales WM-Aufgebot bereits bekanntgegeben


Seit Ende September 2016 steht Southgate bei den 'Three Lions' an der Seitenlinie. Der 47-Jährige war zunächst zwei Monate lang Interimstrainer, bevor er zum Chefcoach befördert wurde. Der Engländer stieg unmittelbar nach seinem Karriereende ins Trainergeschäft ein und arbeitete zunächst bei seiner letzten Station, dem Middlesbrough, über drei Jahre (2006 - 2009) lang als Übungsleiter. Seit Januar 2011 war Southgate beim englischen Verband als Nachwuchskoordinator (bis Sommer 2012) und U21-Coach (2013 - 2016) tätig. Unter der Regie des 47-Jährigen bestritt die englische Nationalmannschaft 16 Länderspiele, von denen acht gewonnen wurden. Sechs Partien endeten mit einem Unentschieden. 


Legionäre? Fehlanzeige!


Mitte Mai ​gab Southgate sein finales WM-Aufgebot bekannt und war damit deutlich früher dran, als die meisten seiner Trainerkollegen. Der Nationaltrainer berief ausschließlich Spieler aus der Premier League. Im englischen Kader finden sich neben einigen erfahrenen Profis (z. B. Gary Cahill und Kyle Walker) auch viele junge Akteure (z. B. Dele Alli und Marcus Rashford) wieder, die jedoch bereits jede Menge Erfahrung im englischen Fußball-Oberhaus und auf der internationalen Bühne sammeln konnten. 


Der langjährige Schlussmann Joe Hart wurde nicht für den WM-Kader nominiert. Superstar Harry Kane wird die 'Three Lions' bei der Weltmeisterschaft als Kapitän anführen. Der Mittelstürmer ist zugleich der große Hoffnungsträger der Engländer. In der abgelaufenen Saison traf der 24-Jährige in Diensten von ​Tottenham Hotspur fast nach Belieben. 41 Tore und fünf Vorlagen steuerte Kane in 48 Pflichtspielen bei. 


Der Weltranglisten-13. hat bei der WM in Russland eine machbare Gruppe erwischt. Neben Geheimfavorit Belgien warten auf die 'Three Lions' WM-Neuling Panama und Tunesien. Vieles deutet daraufhin, dass Kane, Alli & Co. sich mit Belgien um den Gruppensieg streiten werden. Sollte die englische Auswahl in der K.o.-Phase ihr volles Potenzial abrufen können, liegt der Einzug ins Halbfinale durchaus im Bereich des Möglichen. "Wenn sie es einmal schaffen, als starke Mannschaft aufzutreten, gehören sie mit zu den WM-Favoriten", betonte Bundestrainer Joachim Löw.