Um Inter-Kapitän Mauro Icardi ranken sich die Spekulationen. Der Torjäger wird von halb Europa gejagt - auch die Bayern gelten als interessiert. Vizepräsident Javier Zanetti ist sich allerdings sicher, dass der Argentinier bleibt. Der Präsident soll dagegen über einen Mega-Tausch mit Gonzalo Higuain zumindest nachdenken.


Mit einem 3:2-Sieg gegen den direkten Konkurrenten ​Lazio Rom am letzten ​Serie-A-Spieltag feierte ​Inter Mailand nach sieben Jahren die Rückkehr in die Champions League. Inter-Kapitän Mauro Icardi war dabei mit 29 Treffern einmal mehr der Garant im Team von Trainer Luciano Spalletti

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Beim entscheidenden Sieg über Lazio erzielte Icardi (r.) den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:2.


Der 25-jährige Argentinier aus der Jugend des FC Barcelona gehört seit seinem Wechsel 2013 von Sampdoria Genua zu den Nerazzurri regelmäßig zu den besten Torschützen in der italienischen Liga. Mit seinen Torjäger-Qualitäten hat sich Icardi längst auf die Zettel der Topklubs in ganz Europa geschossen. Die Interessentenliste klingt mit Namen wie Juventus, Real Madrid, ​Chelsea, Manchester United und ​FC Bayern wie das "Who is who" der europäischen Elite. 


Inter-Ikone Zanetti macht sich keine Sorgen


Bei Inter besitzt Icardi noch einen Vertrag bis 2021. Sein Arbeitspapier soll allerdings eine Aussteigsklausel in Höhe von 110 Millionen Euro beinhalten, heißt es in diversen Medienberichten. Angesichts der explodierenden Marktpreise scheint ein Transfer durchaus möglich. Inter-Ikone und Vizepräsident Javier Zanetti macht sich dennoch keine Sorgen über einen vorzeitigen Abschied seines Landsmannes. 


"Wenn man einen Champion wie ihn im Team hat, ist es normal, dass man viele Angebote erhält. Aber Mauro ist der Kapitän und Anker für Inter", schwärmte der 44-Jährige gegenüber der AS. "Wir sind froh ihn zu haben und er ist froh bei uns zu sein", ist sich der Zanetti sicher.

"Wir sind nicht besorgt über die Spekulationen, weil er uns seinen Wunsch, bei uns zu bleiben versichert hat. Er will mit Inter in der Champions League antreten", so der Vizepräsident weiter. "Jedes Mal wenn er auf den Platz geht, zeigt er wieviel Inter ihm bedeutet."

Präsident Moratti denkt an Mega-Tausch


Ganz so klar scheint die Angelegenheit für Präsident Massimo Moratti allerdings nicht zu sein. Italienische Medien zitieren ihn mit den Worten: "Higuain und Geld für Icardi? Das ist eine Option..." Gemeint ist Gonzalo Higuain, ebenfalls Argentinier und aktuell auf Torejagd für Meister ​Juventus. Higuain ist bereits 30 Jahre als, weshalb Inter nach Meinung von Moratti bei einem Tauschgeschäft zusätzlich eine Ablöse für Icardi kassieren sollte. Wie wahrscheinlich ein solcher Deal ist bleibt zweifelhaft - gerade im Hinblick auf Icardis Verbundenheit zu Inter. Wenn überhaupt dürfte der 25-Jährige in eine andere Liga wechseln. 

Seine Ehefrau Wanda Nara hat dabei wohl ein großes Wörtchen mitzureden. Nara ist sechs Jahre älter und tritt als Beraterin ihres Mannes auf. Verheiratet war sie zuvor schon mit Maxi Lopez, einem ehemaligen Mitspieler und Kumpel von Icardi. Die 31-Jährige hatte in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Wechselspekulationen angeheizt, aber auch von einem möglichen Verbleib ihres Mannes bei Inter gesprochen.


Zanetti enttäuscht über Icardis WM-Aus


Folgt man ihren Worten, könnte sich Icardi ein Beispiel an Zanetti nehmen. Der kam 1995 aus der Heimat nach Europa und verbrachte den Rest seiner 19-jährigen Laufbahn bei Inter. Sagenhafte 860 Pflichtspiele hat der 44-Jährige für die Nerazzurri absolviert, feierte in deutlich glanzvolleren Zeiten des Klubs fünf Scudettos, vier Pokalsiege, gewann 1998 den UEFA-Cup und 2010 die Champions League.

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Anders als Icardi steht Juve-Torjäger Gonzalo Higuain im WM-Aufgebot der Albiceleste.


Während Icardi auf Klubebene einen ähnlichen Weg einschlagen könnte, wird er Zanettis 143 Länderspiele für Argentinien wohl nicht mehr erreichen können. Im ​WM-Aufgebot sucht man den vierfachen Nationalspieler vergeblich. Argentiniens Nationaltrainer streichte den Inter-Spielführer aus seinem endgültigen Kader für Russland. "Es ist enttäuschend, dass er nicht zur WM fährt. Er hat gezeigt, dass er das argentinische Aufgebot bereichern kann", meinte Zanetti zur Ausbootung des 25-Jährigen.