Lothar Matthäus glaubt nicht, dass die Bayern in den kommenden Jahren in der Lage sind, die Champions League zu gewinnen. Während die nationale Dominanz weitergehen werde, verfüge die internationale Konkurrenz über andere finanzielle Mittel. Einen Mega-Transfer würde Matthäus begrüßen.


Fast zwölf Jahre trug Lothar Matthäus insgesamt das Trikot des ​FC Bayern. Sieben Mal gewann der Welt- und Europameister in dieser Zeit den deutschen Meistertitel. Der Triumph in der Champions League blieb dem ehemaligen Bayern-Kapitän allerdings verwehrt. Geht es nach Matthäus wird es seinen Nachfolgern an der Säbener Straße in den kommenden fünf Jahren ähnlich ergehen.


In der Sportbild gab der Rekordnationalspieler (150 Länderspiele) seine Meinung zum Besten und stellte dabei zehn Thesen zur ​Bayern-Zukunft auf. Eine davon: Der Rekordmeister wird in den kommenden fünf Jahren seine ​Meister-Serie zwar auf elf Titel in Folge ausbauen, in der ​Champions League wird aber kein weiterer Henkelpott dazukommen. "International sehe ich sechs bis acht Vereine mindestens genauso gut, wenn nicht besser aufgestellt als Bayern", erklärt der 57-Jährige. Die Bayern bräuchten viel Glück bei kommenden Transfers und der Auslosung, um die Königsklasse gewinnen zu können. Allerdings würden die englischen Klubs und Paris Saint-Germain "weiter nachrüsten, dazu gibt es die starken Spanier", gibt Matthäus zu Bedenken. Dies Klubs hätten finanziell andere Möglichkeiten.

Vor allem die lasche Auslegung des Financial Fairplay mache es für die Bayern daher schier unmöglich die Champions League zu gewinnen, glaub der 57-Jährige. "Erst wenn das Financial Fairplay besser greift und es im europäischen Fußball härtere Regeln und Strafen gibt, steigen die Chancen des FC Bayern wieder. Das wird in den nächsten fünf Jahren nicht der Fall sein."


Matthäus rät zu Mega-Transfer und glaubt an Kovac


Zu seiner düsteren Champions-League-Prognose passt auch Matthäus' These, den Bayern würde ein ​100-Millionen-Euro-Transfer guttun. Etwas, das Präsident Uli Hoeneß kategorisch ausschließt, sich Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nach der Pokalpleite gegen Frankfurt allerdings nicht vollkommen verschließen wollte. Für einen Spieler wie Paulo Dybala von Juventus Turin würde Matthäus "den Finger heben". 


Das berühmte bayerische Festgeldkonto sei "prall gefüllt und durch den 46-Mio.-Abgang von Douglas Costa zu Juve noch einmal angewachsen", schreibt der Weltmeister von 1990. "Um die internationalen Ziele zu erreichen, wäre es absolut sinnvoll, sich an einen Spieler heranzuwagen, der solch einen Betrag kostet."

Bayern Muenchen v Eintracht Frankfurt - DFB Cup Final

Matthäus (r.) glaubt, dass Niko Kovac (l.) das Münchener Star-Ensemble in den Griff bekommt.


Vom neuen Trainer Niko Kovac hat Matthäus eine hohe Meinung. Der Kroate spielte einst unter Trainer Matthäus bei RB Salzburg. "Er dachte schon als Spieler wie ein Coach", schwärmt Matthäus. Die Unterstützung der Verantwortlichen, der Respekt nach dem Pokalsieg und Kovac' klare Linie werden von Matthäus angeführt - und kommt so zu der These: "Kovac kriegt die Stars in den Griff."