In einer insgesamt enttäuschenden Saison des VfL Wolfsburg war Koen Casteels einer der wenigen Lichtblicke. Der Torhüter verhinderte nicht nur ein Mal Schlimmeres und zählte in dieser Saison in der Liga und in Europa zu den besten seines Standes. Besonders in einer Kategorie ragt der 25-Jährige, der die 'Wölfe' unter Umständen verlassen wird, heraus.


In 34 Bundesligaspielen kassierte Koen Casteels zwar 48 Gegentore, doch die Schuld liegt bei der überwiegend schwachen Abwehr des VfL Wolfsburg, der dem Abstieg in der abgelaufenen Saison zum zweiten Mal nur knapp entkommen ist. Über 160 Torschüsse wurden auf den Kasten des Belgiers, ​der von Nationaltrainer Roberto Martinez für den vorläufigen WM-Kader nominiert wurde, abgefeuert - insgesamt konnte er 114 davon parieren. Mit einem Wert von etwa 70% parierter Schüsse zählt Casteels zu den besten der Liga, mit drei parierten Elfmetern in einer Saison hat er in Wolfsburg einen neuen Rekord aufgestellt.

Doch Casteels wohl größte Stärke ist seine Strafraumbeherrschung und Übersicht bei hohen Bällen. Insgesamt wehrte er in dieser Saison 55 Flanken ab, so viel wie kein anderer Torhüter in Europas Top-Ligen. Seit er Ex-Teamkollege Diego Benaglio, der vor einem Jahr zur AS Monaco wechselte, in der vergangenen Saison den Rang im Tor abgelaufen hat, hat sich der 25-Jährige, der zuvor bereits bei der TSG Hoffenheim mehrfach sein Talent andeutete, stetig gesteigert und weckt möglicherweise das Interesse anderer Vereine.


Für den ​neuen Geschäftsführer, Jörg Schmadtke, dürfte es schwierig werden, Casteels von einem Verbleib in Wolfsburg zu überzeugen. Nach zwei Jahren voller Abstiegskampf ​sehnt sich der Keeper nach dem Europapokal: "Ich möchte nicht im dritten Jahr in Folge gegen den Abstieg spielen. Ich möchte lieber um ein Ticket für den europäischen Wettbewerb kämpfen", sagte er gegenüber La Dernière Heure. Erst "in ein paar Wochen" werde man wissen, "ob sich etwas für mich ergibt".