Seit gestern ist offiziell, dass Robert Lewandowski den FC Bayern München nach vier Jahren verlassen will. Über mögliche Wechselabsichten des Star-Stürmers wurde bereits seit Monaten spekuliert, dieses Mal scheint ein Transfer jedoch realistischer denn je. Doch wie die Süddeutsche Zeitung nun berichtet, sei Lewandowskis Wechselwunsch gar nicht so ausgeprägt wie zunächst angenommen.


Die Zukunft von Robert Lewandowski beschäftigt die Medien schon seit einiger Zeit. Bereits vor Wochen berichtete die Sport Bild immer wieder vom Wechselwunsch des Stürmers, dessen großes Ziel ​Real Madrid lautet - wenngleich die Königlichen zuletzt Abstand von einem Transfer genommen haben sollen. ​Im Februar trennte sich der 29-Jährige von seinem langjährigen Berater Cezary Kucharski und heuerte den routinierten Pini Zahavi bis zum 31. August dieses Jahres an. ​Dieser verriet nun gegenüber der Sport Bild: "Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid."


Geld spiele allerdings keine Rolle, schließlich hätten "fast alle Top-Klubs gerne den besten Stürmer der Welt in ihren Reihen." Zahavi hofft auf ein Entgegenkommen der Vereinsführung, doch Karl-Heinz Rummenigge stellte bereits unlängst klar, ​dass man Lewandowski auf keinen Fall abgeben wolle: "Wir wissen, was wir an Robert haben. Ich bin sehr glücklich, dass wir noch so einen langfristigen Vertrag haben, worüber sich keiner Gedanken machen muss. Er wird auch im nächsten Jahr hier in München Fußball spielen."


Auf der Pressekonferenz der polnischen Nationalmannschaft ​wich der Angreifer Fragen über die neuesten Meldungen aus, viel mehr wolle er sich auf die anstehende Weltmeisterschaft konzentrieren. Nach den eher schwammigen Aussagen des Spielers berichtet nun die Süddeutsche Zeitung davon, dass dieser möglicherweise gar nicht über die Aussagen seines Beraters informiert gewesen sei.

FBL-FRA-LIGUE1-PSG

  Pini Zahavi (2.v.l.) ist der neue starke Mann an Robert Lewandowskis Seite - streute er den Wechselwunsch von sich aus in die Medienlandschaft?


Demnach habe Zahavi ohne Absprache mit Lewandowski dessen Wechselwunsch geäußert, der nach SZ-Informationen allerdings nicht so ausgeprägt sei, wie gedacht. Der Pole wisse, was er an seinem jetzigen Arbeitgeber habe und sei sich ebenfalls darüber bewusst, dass sich sein Wunsch von einem Engagement bei Real Madrid in naher Zukunft wohl nicht erfüllen wird. 


Sollten sich diese Neuigkeiten bewahrheiten, scheinen die Chancen auf einen Abgang von Lewandowski sehr gering auszufallen. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wollen ähnlich vorgehen wie einst bei Franck Ribery, als der Franzose den Rekordmeister bereits nach nur einem Jahr wieder verlassen wollte. Sämtliche Offerten wurden abgelehnt, schlussendlich verlängerte Ribery im Mai 2010 seinen Kontrakt bis 2015 - ​und wird auch bis 2019 im Dress des FC Bayern auflaufen.


Hinzu kommt die lange Vertragslaufzeit, auf die sich Lewandowski mit dem Verein bei der Verlängerung im Dezember 2016 einigte. Die Ausdehnung des Arbeitspapiers von 2019 auf 2021 - ohne Ausstiegsklausel - bedeutet, dass der Verein das Heft des Handelns in der Hand hat. Nach Ablauf des Vertrages stünde er kurz vor seinem 33. Geburtstag, viele Jahre blieben ihm daher nicht mehr (​zumal er seine Karriere offenbar in Amerika ausklingen las​sen will). Daher bleibt abzuwarten, ob der Wechselwunsch in den kommenden Wochen konkreter wird, und wie die Bayern-Bosse reagieren werden.