​In genau zwei Wochen beginnt sie endlich - die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. In der Fortsetzung unseres WM-Countdowns werfen wir heute einen Blick auf die Mannschaft aus Tunesien.


Erstmals seit 2006 nehmen die Nordafrikaner wieder an einer Weltmeisterschafts-Endrunde teil. Zum fünften Mal konnte sich der Afrikameister aus dem Jahr 2004 für das Turnier qualifizieren. Doch sowohl bei der ersten Teilnahme 1978, als auch bei den folgenden 1998, 2002 und 2006, war bereits nach der Vorrunde Schluss. Vor allem bei der letzten Teilnahme vor zwölf Jahren wäre ein Achtelfinale bei Gruppengegnern wie Spanien, Saudi-Arabien und der Ukraine durchaus drin gewesen. Beim WM-Debüt 1978 schaffte man immerhin ein Unentschieden gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland, was durchaus als bisher größter Erfolg der tunesischen Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft angesehen werden kann.


In der WM-Quali setzten sich die "Adler von Kathargo" souverän gegen die Demokratische Republik Kongo, Guinea und Libyen durch. Bei der Endrunde in Russland bekommt es das Team von Trainer Nabil Maaloul aber mit ganz anderen Kalibern zu tun. Hinter England und Belgien bleibt wohl nur der Kampf mit Panama um Platz 3 in der Gruppe G. Ein 2:2-Remis im Freundschaftsspiel gegen Europameister Portugal lässt die Fans jedoch auf ein Fußball-Wunder hoffen. 


Portugal v Tunisia - International Friendly

Seit April 2017 im Amt: Trainer Nabil Maaloul (l.)


Die Spieler aus Tunesien sind größtenteils im arabischen Raum oder bei eher mittelmäßigen europäischen Klubs unterwegs. Star der Mannschaft ist Wahbi Khazri, der mit Stade Rennes in dieser Saison den Einzug ins internationale Geschäft feiern konnte. Auch Ellyes Skhiri vom HSC Montpellier dürfte dem einen oder anderen ein Begriff sein. 


FBL-FRIENDLY-TUN-CRC

Khazri (l.) erzielte in dieser Saison für Rennes neun Tore


Ein prominenter Name sagte den Nordafrikanern vor der WM ab. Augsburgs Rani Khedira, der wie sein Bruder Sami tunesische Wurzeln hat, sollte eigentlich für Tunesien auflaufen, allerdings betonte der Mittelfeldspieler: "Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich spreche nur Deutsch." Er würde einem stolzen Tunesier nur den Platz wegnehmen.


Für die Mannschaft aus Tunesien bleibt, wie bei sämtlichen WM-Teilnahmen bisher, nur die Außenseiterrolle. Zwar ist allein die Teilnahme an der WM bereits ein Erfolgserlebnis, in der Gruppe trifft man allerdings mit Panama lediglich auf einen ebenbürtigen Sparringspartner. England und Belgien sind einfach qualitativ zu weit weg von den "Adlern", sodass man sicherlich beim Erreichen von Platz 3 schon erhobenen Hauptes die Heimreise antreten kann.