​257 Spiele absolvierte David Jarolim zwischen 2003 und 2012 für den Hamburger SV. In dieser Zeit qualifizierten sich die Norddeutschen regelmäßig für den europäischen Wettbewerb. In der Gegenwart aber müssen die Rothosen den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte hinnehmen. Der Ex-Kapitän versuchte sich nun an einer Erklärung für den Absturz des einstigen Liga-Dinos.


"Das Kardinalproblem war aus meiner Sicht, dass starke Leute gefehlt haben", erklärte der Tscheche in der Montagsausgabe des Kicker. "Dabei geht es nicht um große Namen, sondern um Persönlichkeiten, die Mut und Konsequenz verkörpern. Der HSV ist kein einfacher Verein, in dem immer schon viele Kräfte gewirkt haben, da bedarf es absoluter Führungsstärke."



Der heutige Sportdirektor und Co-Trainer des tschechischen Erstligisten FK Mladá Boleslav ist immer noch eng mit dem HSV verbunden und hofft auf eine bessere Zukunft. Mit der Rückkehr von Bernd Hoffmann als Vorstandschef sieht Jarolim die Weichen für eine schnelle sportliche Rehabilitierung gestellt: "In Bernd Hoffmann sehe ich eine solche Figur. Es geht nicht darum, ob man ihn mag oder nicht, sondern darum, was er macht. Er hat sich nie gescheut, Entscheidungen zu treffen, das wird dem HSV auch jetzt guttun."


Auch bei Christian Titz, der kurz vor Schluss noch am Klassenerhalt nagte, ist der Ex-Kapitän guter Dinge, zeigte der neue Coach doch innerhalb weniger Wochen, wozu er fähig ist: "Bei eigentlich keinem (Trainer, d.Red.) zuletzt war eine Entwicklung zu erkennen, bei Christian Titz haben wenige Wochen gereicht, dass ich als Außenstehender beim Blick auf den Platz sehen konnte, was er vorhat. Beide sind Mutmacher."