Bruno Labbadia ist seinem Ruf als Feuerwehrmann mal wieder gerecht geworden. Den VfL Wolfsburg rettete er mittels Relegation vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga. Lösungsansätze, wie er die Wölfe wieder auf Kurs bringen möchte, präsentiert Labbadia in einem Interview.


Der ​VfL Wolfsburg hat wieder mal eine desolate Saison zu Ende gebracht. Am Ende konnten sich die Wölfe knapp durch die Relegation in der Bundesliga halten. Vor allen Dingen Bruno Labbadia, der den maroden Klub Ende Februar übernahm, hat die vergangene Zeit viel Kraft gekostet.


„Ich habe eine emotionslose, orientierungslose und verunsicherte Mannschaft vorgefunden, und das galt auch für den Verein“, erklärt Labbadia im kicker. „Ein Klub und ein Umfeld, die diese Situation völlig verkannt hatten. Das habe ich vom ersten Tag an klar angesprochen. Es hieß immer, der VfL sei viel zu gut für den Abstieg. Nein, wir waren nicht gut genug.“


Ein Schnitt von 1,15 Punkte in 13 Spielen reichte am Ende, um sich in die Relegation retten zu können – wirklich überzeugend sieht freilich anders aus. Trotz allem wird Labbadia den Wolfsburger Neuaufbau gestalten, mit dem Vereinsverantwortlichen hat sich der Übungsleiter ​auf die Fortführung der Zusammenarbeit geeinigt


VfL Wolfsburg v Holstein Kiel - Bundesliga Playoff Leg 1

Bruno Labbadia will die Wölfe wieder auf Vordermann bringen


Der Mannschaft gehe insgesamt der fehlende Rahmen ab, damit etwas entstehen könne, moniert Labbadia. In einem Klub könne etwas nicht stimmen, wenn in zwei Spielzeiten insgesamt fünf Trainer da seien. „Deswegen soll das auch kein Vorwurf an meine Vorgänger sein. Wenn alle drei Monate ein neuer Trainer kommt, dann kann das nicht funktionieren.“


Lösung eins: Besserer Zusammenhalt


Labbadia wurde offenbar schnell klar, dass sich innerhalb des Vereins vieles ändern muss. Die Verantwortlichen müssen künftig wieder zusammenstehen, was laut dem Trainer jedoch nicht heißt, dass es nicht auch mal krachen darf. „Wer das nicht will, hat bei uns keine Chance. Ich will eine Diskussions- und Streitkultur auch im Team etablieren.“


Labbadia habe seinen Spielern zu Beginn seines Engagements erklärt, dass es, sollte es Diskussionspunkte innerhalb der Mannschaft geben, seine Tür immer offen stehe. „Bis heute war kein Spieler von sich aus bei mir. Das kann nicht sein. Ich will Typen auf dem Platz, die auch eine Meinung haben. Das fängt aber in der Kabine an.“ Labbadia setzt auf einen besseren Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft – kehrt so der Erfolg wieder zurück?