Im Januar trennten sich die Wege von Neven Subotic und ​Borussia Dortmund endgültig, abgerissen ist der Kontakt allerdings noch lange nicht. Der Innenverteidiger vom AS St.-Etienné verfolgt das Geschehen seines Ex-Vereins noch immer aufmerksam und sprach im Interview mit ​Reviersport nicht nur über das Abschneiden in der abgelaufenen Saison, sondern auch über den neuen Trainer des BVB.


263 Pflichtspiele absolvierte Neven Subotic für Borussia Dortmund, doch nach fast zehn Jahren endete seine zum Ende hin glücklose Zeit in Schwarz-Gelb. Seit der Amtsübernahme von Thomas Tuchel absolvierte der 1,92 Meter große Innenverteidiger lediglich 22 Bundesligaspiele und wechselte daher ablösefrei nach Frankreich, wo er beim AS St.-Etienné in der Rückrunde keine einzige Sekunde auf dem Feld verpasste. Sein erstes Fazit bei seinem neuen Verein fällt positiv aus: "Für uns war es nach einer mäßigen Hinrunde noch eine gute Saison. Wir haben uns zeitweise vom 16. Platz hochgekämpft. Das ist schwer, weil die französische Liga bis auf die Erstplatzieren sehr ausgeglichen ist. Wir waren am Ende punktgleich mit dem Sechsten. Es war ärgerlich, dass wir aus der Hinserie ein schlechtes Torverhältnis mitgenommen haben. Das hat uns letztendlich den Europapokal vermasselt", so der 29-Jährige.


Nebenbei werfe er immer einen Blick auf den BVB, den er weiterhin als "seinen Verein" bezeichnet. Aus Fan-Sicht sei die Saison "nüchtern verlaufen", zudem habe das schlechtere Abschneiden als Rivale Schalke 04 für zusätzliche Enttäuschung gesorgt. "Ich weiß nicht, wann das das letzte Mal der Fall war, aber als Dortmunder tut das natürlich enorm weh. Das darf einfach nicht passieren." Gründe für die zeitweise erschreckend schwachen Ergebnisse hängen für Subotic auch mit den zu häufigen Trainerwechseln seit dem Ende der Ära von Jürgen Klopp zusammen: "Wir hatten jetzt den vierten Trainer in 13 Monaten, das ist für keinen Verein der Welt gut. Wenn diese Stabilität fehlt, ist es schwer, eine Mannschaft zu formen."

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    In der Ligue 1 hat Subotic sein neues Glück gefunden, hat jedoch immer ein wachsames Auge auf seine alte Liebe



​Klopp, ​der mit dem FC Liverpool im Champions League Finale auf Real Madrid treffen wird, habe hingegen "die Zeit, das Vertrauen und eine Idee" gehabt, um auf nachhaltige Weise einen erfolgreichen Kader aufzubauen. "Da hat die Mannschaft zum Trainer und der Trainer zum Verein gepasst. Wenn diese Dinge im Einklang sind, kann man auch spektakulären Erfolg haben." Solch eine Harmonie sucht man seither in Dortmund vergeblich, weshalb auch Subotic zu der Erkenntnis kommt: "Das ist in der letzten Zeit nicht gelungen."


​Nun ist Lucien Favre der neue Mann an der Seitenlinie, und soll Schwarz-Gelb wieder zu alter Stärke führen. "Hoffentlich kommt jetzt mit Lucien Favre der Punkt, an dem der Verein auch langfristig plant", so Subotic. Er "schätze" den 60-Jährigen "als einen Trainer ein, der nicht nur zum BVB kommt, sondern auch zum Klub passt", weshalb er bereits jetzt einen Wunsch hat: "Ich hoffe, dass er Borussia Dortmund wieder zum Bayern-Jäger machen kann." ​Selbiges hoffen auch die Fans, die den einstigen Trainer von Hertha BSC Berlin und Borussia Mönchengladbach bestens in Erinnerung haben dürften.