Mit offensivem Ballbesitz-Fußball will Markus Anfang mit dem 1. FC Köln den Wiederaufstieg schaffen. Der neue Effzeh-Coach bezeichnet sich selbst als "Kumpeltyp" und ist sich dem großen Druck, der in seiner Geburtsstadt auf ihm lastet, bewusst. 


Markus Anfang kommt nach Hause. Der gebürtige Kölner zieht am kommenden Wochenende ​gemeinsam mit seinem Co-Trainer Tom Cichon zurück an den Rhein. In der kommenden Spielzeit soll der 43-Jährige den ​1. FC Köln direkt wieder in die Bundesliga führen.


Nach der völlig missratenen Saison, an deren Ende der Bundesliga-Abstieg stand, sind die Erwartungen an den neuen FC-Coach riesig. "Ich mache mir auch selbst den Druck. Ich will unbedingt jedes Spiel gewinnen", erklärt Anfang im Gespräch mit dem Express. "In Kiel habe ich auch kleinere Täler erlebt, vielleicht wird das auch beim FC der Fall sein. Aber du wirst am Ende belohnt, wenn du nachhaltig deine Arbeit fortführst. Es ist völlig legitim ein großes Ziel zu haben, ​in Köln ist das der sofortige Wiederaufstieg“, weiß er um seine Aufgabe.

Mit ​Holstein Kiel blieb ihm der Bundesliga-Aufstieg erst ​im Relegationsduell mit dem VfL Wolfsburg verwehrt. Im Jahr zuvor schaffte er mit den Störchen den Sprung in die zweite Liga. Dort will er mit dem Effzeh einen attraktiven Offensiv-Fußball spielen lassen. "Man kann natürlich auch ein Spiel gewinnen, in dem ein Team gut gegen den Ball arbeitet und auf Kontersituationen aus ist. Ich sehe mich aber als Trainer, dessen Mannschaft mehr selbst bestimmen soll. Und das geht am besten, wenn die Mannschaft den Ball hat. Wir wollen dominant auftreten, am besten immer den Ball haben und Lösungen suchen“, beschreibt Anfang seine Spielphilosophie. 

Holstein Kiel v VfL Wolfsburg - Bundesliga Playoff Leg 2

Abschied aus Kiel: Nach Holsteins Überraschungssaison verpasste Anfang mit seinem Team den Durchmarsch erst in der Relegation


Helfen soll ihm dabei Jonas Hector. Der Nationalspieler steigt bestenfalls mit dem WM-Titel in die Vorbereitung ein, hält dem Effzeh trotz lukrativer Angebote auch im Unterhaus die Treue. "Das ist nicht nur für mich als Trainer toll, sondern das ist auch ein starkes Zeichen nach außen. Jonas wird vorneweg gehen und versuchen, die Mannschaft mitzunehmen“, freut sich der 43-Jährige.


Sein neues Team müsse dennoch "auf ein, zwei Positionen" weiter punktuell verstärkt werden, bekräftigt Anfang. Auf der Suche seien die Kölner nach einem Innenverteidiger und einem Mann für den offensiven Flügel. "Sollte es noch weitere Abgänge geben, könnten wir sicherlich noch reagieren. Ich bin da im engen Austausch mit Armin Veh. Frisches Blut tat der Mannschaft nach dieser Saison sicherlich gut“, glaubt Anfang.


1. FC Koeln v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Vertrauensverhältnis: Mit FC-Sportchef Armin Veh steht Markus Anfang "im engen Austausch"


Er selbst sei als Trainer "eher der Kumpeltyp und geduldig bis zu einem gewissen Punkt", beschreibt er sich selbst. "Ich bin zielstrebig. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe und davon überzeugt bin, werde ich alles dafür tun, das auch umzusetzen. Die Spieler können zu mir gerne Trainer oder du sagen. Ich muss mir nicht künstlich Respekt verschaffen. Die Entscheidungen treffe ich ohnehin unabhängig davon.“