Der HSV will sich mit dem Schweizer Shootingstar Christian Fassnacht verstärken. Der Rechtsaußen von Überraschungsmeister Young Boys Bern soll den Klub-Verantwortlichen bereits seinen Wechselwunsch mitgeteilt haben. Die Ablöseforderung ist derzeit aber wohl noch zu hoch für die HSV-Kasse.


Der ​HSV bastelt weiter am Kader für die Mission Wiederaufstieg. Nach dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte tut der gefallene Bundesligadino alles, damit die zweite Liga nur ein einjähriges Intermezzo bleibt. ​Der neue Sportvorstand steht dabei noch in der Warteschleife. Erst am Samstag will sich der Aufsichtsrat für Kiels Geschäftsführer Ralf Becker oder Paderborns Sportchef Markus Krösche entscheiden. 


Bis dahin treibt Kaderplaner Johannes Spors die ​Neuausrichtung im Unterhaus voran. Für die Position auf dem rechten Flügel soll Nicolai Müller gehalten werden. Der 30-Jährige hatte sich am ersten Spieltag der abgelaufenen Saison das Kreuzband gerissen, dürfte zur neuen Spielzeit aber wieder voll einsatzfähig sein. Müllers Vertrag beim HSV läuft aus - eine mögliche Verlängerung zieht sich weiter hin.


Hamburger SV Training Session

Nach seiner Genesung bleibt die Zukunft von Nicolai Müller beim HSV ungewiss


Ablösepoker um Fassnacht


Als Alternative haben sich die Verantwortlichen bereits auf Christian Fassnacht festgelegt. Der 24-jährige Rechtsaußen war unter dem neuen Eintracht-Coach Adi Hütter einer der Schlüsselspieler beim Schweizer Überraschungsmeister Young Boys Bern. Elf Tore und acht Vorlagen legte Fassnacht in 34 Ligapartien auf. Am kommenden Sonntag hat er im Pokalfinale gegen den FC Zürich die Chance, Bern als Doublesieger zu verlassen.


Fassnacht liegen mehrere lukrative Angebote vor. ​Wolfsburg und ​Frankfurt sollen unter den Interessenten sein, genau wie die italienischen Europa-League-Teilnehmer Atalanta Bergamo und AC Florenz. Laut einem Bericht des ​Hamburger Abendblatt favorisiere Fassnacht allerdings einen Wechsel nach Hamburg in die zweite Liga. Der Topscorer der Young Boys traue sich den Sprung in eine europäische Topliga noch nicht zu und will lieber beim HSV behutsam den nächsten Schritt gehen.


Ob ein Transfer an die Elbe zustande kommt, scheint derweil aber noch fraglich. Fassnacht kam erst im vergangenen Sommer nach Bern und besitzt dort noch einen Vertrag bis 2021. Die Klub-Verantwortlichen sollen nicht nachvollziehen können, warum Fassnacht auf die Champions League verzichtet und in die zweite Liga wechseln möchte. Dementsprechend hoch sind die Ablöseforderungen der Schweizer: Mindestens fünf Millionen Euro soll Sportchef Christoph Spycher verlangen - für den HSV deutlich zu viel.


Der Poker um Fassnacht dürfte sich deshalb noch eine Weile hinziehen. Seinem aktuellen Klub soll er seinen Wechselwunsch bereits mitgeteilt haben.