Weltmeister Christoph Kramer wird die WM in Russland hautnah miterleben. Nicht auf dem Platz, wie beim Titel in Brasilien, sondern als TV-Experte im ZDF-Studio. Bei den Nachmittagsspielen will der Gladbacher seinen "Senf dazugeben".


Beim WM-Triumph von Rio stand Christoph Kramer im Finale gegen Argentinien überraschend in der Startformation. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Sami Khedira schenkte Bundestrainer Joachim Löw dem ​Gladbach-Profi das Vertrauen. Erinnerungen an das Endspiel gegen die Gauchos hat Kramer allerdings kaum mehr. Nach einem Zusammenprall mit Ezequiel Garay fragte der Mittelfeldspieler den Schiedsrichter: "Ist das hier das Finale?". Der Italiener Nicola Rizzoli schickte Kramer daraufhin in der 31. Minute vom Feld.


Bei der Mission Titelverteidigung ist der mittlerweile 27-Jährige ​überraschend wieder dabei. Nicht im DFB-Team, sondern als TV-Experte für das ZDF. Am Donnerstagabend gab der Sender bekannt, dass Kramer gemeinsam mit Moderator Jochen Breyer die ​WM-Spiele am Nachmittag analysieren wird. 

"Ich hoffe, er erinnert sich trotz Final-Amnesie noch an ein paar Anekdoten von 2014", twitterte Breyer mit einem Augenzwinkern. Kramer selbst bekräftigte im Interview mit seinem kommenden TV-Partner, dass er die Spiele "nicht wie der klassische Experte, sondern auf meine Art" betrachten werde. Statt im Strandurlaub verbringt er seine freien Tage im Sommer nun im TV-Studio.

"Der ausschlaggebende Grund ist, dass ich nicht aktiv dabei bin. Ich gucke unheimlich gerne die WM. Als die Anfrage kam, musste ich nicht lange nachdenken. Ich gebe mit Freunden auf der Coach auch immer meinen Senf dazu, dann kann ich das auch am Mikrofon tun", kommentierte Kramer sein Fernseh-Engagement. Dem deutsche Team traut er in Russland "eine ganze Menge zu, gemessen an der Qualität, die zuhause sitzt", witzelte er. "Bei einem solchen Turnier kommt es natürlich immer auf ganz viele Umstände an. Da spielt Tagesform und Glück eine große Rolle. Wie gehören absolut zum Favoritenkreis und ich hoffe, dass wir den Titel noch einmal holen können", so Kramer weiter.

"Ich kann es mir gut vorstellen, dass Deutschland Weltmeister wird. Ich glaube auch, Kroatien spielt eine große Rolle", gab er einen Geheimtipp ab. Zum Expertenteam des Mainzer Senders gehören auch Ex-Torwart Oliver Kahn, der ehemalige Trainer Holger Stanislawski und der Schweizer Schiedsrichter Urs Meier an. Thomas Berthold, Weltmeister von 1990, analysiert das WM-Geschehen im Morgenmagazin.