Mickael Cuisance verzückt am Niederrhein mit seinen Künsten. Der Straßenfußballer agiert häufig zwischen Genie und Wahnsinn. Findet auch sein Trainer Dieter Hecking - und will, dass der junge Franzose auch in Zukunft "seinen Wahnsinn weiter auslebt".


Mickael Cuisance war die ​Gladbach-Überraschung der abgelaufenen Spielzeit. Der französische Teenager kam im vergangenen ​Sommer aus der U19 von AS Nancy an den Niederrhein und schlug auf Anhieb ein. Eigentlich sollte der 18-jährige Mittelfeldspieler behutsam an die Profimannschaft herangeführt werden. Doch dann ging alles viel schneller. 26-mal durfte er in Bundesliga und Pokal für die Fohlen auflaufen, in elf Partien stand er dabei in der Startelf.

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Fohlen-Coach Dieter Hecking will, dass Cuisance seine Spielweise beibehält.


Mit seinen Auftritten hat sich der Youngster in die Herzen der Anhänger gespielt - und in das von seinem Trainer Dieter Hecking. "Der Junge schwankt zwischen Genie und Wahnsinn. Aber ich verspreche: Bei mir darf 'Micka' seinen Wahnsinn auch in der nächsten Saison weiter ausleben”, sagt der 53-Jährige gegenüber der ​Bild.

Straßenfußballer Cuisance ist kein gewöhnlicher Spieler - das machte er schnell deutlich. Alibi-Pässe sind nicht sein Ding. Der 18-Jährige spielt meist intuitiv und sucht häufig das Risiko. Hecking will diese Qualität auch im kommenden Jahr von seinem Juwel sehen: "Es ist doch traumhaft, dass wir einen Spieler mit so viel Mut und Lust auf Risiko in unseren Reihen haben. Genau das sind die Jungs, die dann irgendwann den Unterschied ausmachen”, freut er sich.


Das Potenzial bei Cuisance scheint riesig zu sein. Wenn er es in Zukunft versteht, seine Dribblings und Tunnel-Versuche am gegnerischen und nicht am eigenen Strafraum zu zeigen, winkt eine steile Karriere. Im Sommer fährt Cuisance mit der französischen U19-Auswahl zur Europameisterschaft in Finnland (16. bis 29. Juli). Dann will er in Gladbach weiter durchstarten.


"Das Vertrauen vom Trainer zu haben, ist schön. Aber ich weiß natürlich, dass ich noch viel zu lernen habe und auch effektiver werden muss”, gibt sich der 18-Jährige bescheiden. Vor allem an seiner Torgefahr will er arbeiten. In der Jugend, nach eigener Aussage sehr treffsicher, wartet er noch auf sein erstes Profi-Tor. Helfen könnte ihm dabei eine veränderte Rolle: Möglich, dass Cuisance künftig nicht mehr auf der Gladbacher Doppelsechs spielt, sondern eine Position weiter vorne im offensiven Mittelfeld. 

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Feiner Techniker: Von Raffael will sich Cuisance viel abschauen.


Einen idealen Lehrmeister im Team hätte er dafür. Von Routinier Raffael schwärmte der junge Franzose schon bei einem ​Interview Mitte Mai. "Ich kannte Raffa schon aus dem Fernsehen, aber als ich ihn habe spielen sehen, war ich total beeindruckt. Wahnsinn, wie er mit dem Ball umgeht, da passt alles - da frage ich natürlich immer wieder nach", verriet er damals.


Hört Cuisance beim Brasilianer genau hin und kann sein Talent in den richtigen Situationen kanalisieren, winkt der Borussia bald ein echter "Unterschiedsspieler", nach dem im heutigen Fußball so händeringend gefahndet wird.