​Arsenal-Geschäftsführer Ivan Gazidis hat bei der Vorstellung des neuen Trainers Unai Emery enthüllt, dass jeder der acht Trainer-Kandidaten auf seiner Liste bis zum Schluss Interesse an der Nachfolge von Arsene Wenger bei Arsenal hatte und sich keiner der Kandidaten aus dem Interview-Prozess zurückzog. 


Laut ​The Telegraph äußerte Geschäftsführer Gazidis zum Prozess der Trainersuche: "Wir bildeten ein dreiköpfiges Komitee aus mir, Sven Mislintat und Raul Sanllehi. Wir hatten einige klare Kriterien: Wir wollten einen modernen, unterhaltsamen Fußball und eine Persönlichkeit, die zu Arsenals Werten und der Entschlossenheit, Spieler zu entwickeln, passt. Wir erstellten eine Liste mit acht Kandidaten. Alle waren an dem Job interessiert und nahmen an langen, persönlichen Interviews teil. Keiner von ihnen zog sein Interesse im Laufe des Prozesses zurück. Wir waren in der glücklichen Position, unsere erste Wahl nehmen zu können, und das haben wir getan", erläutert Gazidis die Entscheidung für Emery. 


"Das erste Interview war am 25. April, das letzte am 15. Mai und wir interviewten Unai am 10. Mai. Wir gaben unsere einstimmige Empfehlung an den Vorstand am 18. Mai ab, zusammen mit einem 100-seitigen Dossier. Warum Unai Emery? Ich habe seine Karriere sehr eng verfolgt und hatte ihn immer auf dem Schirm. Er hat eine fantastische Bilanz überall wo er war und konnte seine Teams stets verbessern. Er passt perfekt zu meinen Kriterien", äußerte Gazidis zum zeitlichen Ablauf der Trainersuche und den Qualitäten Emerys. 


Gazidis sagt über den neuen Arsenal-Trainer: "Emery war der beste Kandidat auf der Liste von acht Kandidaten für den Job bei Arsenal. Er war außerordentlich gut vorbereitet und verfügte über genauestes Wissen über den ​Arsenal FC. Unai hatte Analysen zu all unseren Spielern, ihren Stärken und wie er denkt, wie er sie einzeln und kollektiv verbessern kann. Das, was Unai außerdem hervorhob, war das Verständnis zwischen uns. Er hat eine Energie und einen Willen zu gewinnen, die uns überzeugt hat, dass er perfekt zu Arsenal passt. Ich denke die Spieler werden jemanden bekommen, unter dem sie ihr eigenes Spiel und wir uns als Team verbessern werden."


Bei Arsenal wird durch die Verpflichtung von Emery als Cheftrainer eine neue Führungsstruktur geschaffen, die dezentraler ist als in den 22 Jahren unter Vorgänger Wenger. Geschäftsführer Gazidis wird mehr operative Aufgaben übernehmen, außerdem wurde im Frühjahr dieses Jahres mit dem Spanier Raul Sanllehi bereits ein Sportdirektor installiert. Auch Chefscout Sven Mislintat ist stark in die Analyse und Zusammenstellung der Profimannschaft eingebunden. 


FBL-FRA-LIGUE1-PARIS-RENNES


Emery bekam dabei den Vorzug vor Mikel Arteta, Ex-Kapitän von Arsenal und Co-Trainer von ​Pep Guardiola. Dieser galt lange als Favorit auf den Job, verfügt aber über keine Erfahrung als Cheftrainer, während Emery bereits 800 Spiele in drei verschiedenen Ligen verantwortet hat. Dabei konnte er unter anderem mit dem FC Sevilla dreimal in Folge die Europa League gewinnen und mit Paris Saint-Germain in zwei Jahren fünf Titel holen. In der vergangenen Saison holte er mit PSG das nationale Triple, scheiterte aber in der ​Champions League an Titelverteidiger ​Real Madrid und wird deshalb in Paris durch Thomas Tuchel ersetzt. 


Unai Emery selbst sagte bei der Vorstellung über sein neues Amt: "Es ist eine große Herausforderung für mich, aber ich habe schon an anderen großen Projekten gearbeitet. Für mich ist es eine Ehre nach Arsene Wenger hier zu arbeiten. Unser Ziel ist es, zu den besten Teams Europas zu gehören und Titel zu holen", so der 46-jährige Spanier zu seinen Ambitionen.