Hertha-Trainer Pal Dardai hat im Saisonabschluss-Interview über die taktische Grundordnung für die kommende Saison, die schnellen Neuzugänge und die Entwicklung junger Talente im laufenden Spielbetrieb gesprochen. So hat der Trainer von ​Hertha BSC unter anderem angekündigt, in der neuen Spielzeit vermehrt auf eine 3-5-2-Formation setzen zu wollen. 


Beim Saisonabschluss-Interview mit ​herthabsc.de sprach Dardai zunächst über die allgemeine Leistung der Mannschaft in der zurückliegenden Saison. Nach einer durchschnittlichen Saison, in der man den Großteil der Spielzeit im Tabellenmittelfeld rund um Platz 11 lag, ohne je in Abstiegsnot zu geraten, aber auch ohne um Europa mitzuspielen, fasst Dardai zusammen: "Letztlich war die Saison in Ordnung. Man muss sie nicht schlechtreden, aber auch nicht besser machen als sie war."


Nachdem man allerdings vier Spieltage vor Schluss auf Tabellenplatz 9 stand und noch theoretische Chancen auf die Europa League hatte, jedoch aus den letzten drei Saisonspielen nur mehr einen Punkt holen konnte und so diese Chance verspielte, meint Dardai: "Wenn wir die Chance hatten, Anschluss nach oben zu schaffen, dann konnten wir damit nicht richtig umgehen. Daran arbeiten wir."


Auch an der Heimbilanz wird Dardai mit seiner Hertha arbeiten müssen. Nachdem die Alte Dame im Vorjahr eine starke Heimbilanz hatte, war ​Hertha BSC in dieser Saison das sechstbeste Auswärtsteam, aber Zuhause nicht konstant genug. Dafür hat auch Dardai noch keine Gründe gefunden: "Es ist nicht immer alles erklärbar im Fußball. Für uns heißt das jetzt, dass wir beides optimal zusammenkriegen müssen."


Allerdings sei es gut gelungen, trotz der Belastung durch die Europa League ein Fundament aufzubauen und junge Spieler einzubinden. "Wir sind gut vorbereitet in die Dreifachbelastung gegangen. Vor allem in der Hinrunde haben wir in den vielen englischen Wochen jungen Spielern die Gelegenheit geben können, sie zu integrieren. Das ist sehr gut gelungen.", bilanziert Trainer Dardai die Eingliederung der jungen Spieler im Kader. Vor allem mit der Entwicklung von Toptalent Arne Maier sei man dabei sehr zufrieden. 


Nun freut sich Dardai auf die beiden jungen Neuzugänge Javairo Dilrosun und Lukas Klünter, die viel Schnelligkeit in den Kader bringen: "Javairo ist ein junger Spieler, der neu in die Bundesliga kommt. Aber er bringt Fähigkeiten mit, die wir so nicht im Kader haben. Vor allem im Eins-gegen-Eins und in der Geschwindigkeit. Lukas hat seine Qualitäten in der Bundesliga bereits gezeigt. Auch er bringt zum Beispiel viel Schnelligkeit mit."


FC Schalke 04 v 1. FC Koeln - DFB Cup
Lukas Klünter wird in der kommenden Saison für Hertha BSC spielen



Der 19-jährige Niederländer Javairo Dilrosun, der bei Ajax Amsterdam ausgebildet wurde, kommt ablösefrei aus der U23 von ​Manchester City und ist ein technisch versierter Außenstürmer. Lukas Klünter wiederum ist ein offensiver Rechtsverteidiger und kommt für zwei Millionen Euro vom Absteiger 1.FC Köln. Bei den Kölnern kam der 21-Jährige in der vergangenen Saison bereits zu 19 Bundesligaeinsätzen.


Neben den Neuzugängen kündigte Dardai an, als Ziel für die kommende Saison an der taktischen Variabilität der Hertha zu arbeiten. Während man in den letzten zwei Jahren unter Dardai meist im 4-2-3-1 oder 4-4-2 spielte, soll zur kommenden Saison verstärkt am 3-5-2 als Grundordnung gearbeitet werden: "Wir haben uns vor jeder Saison verschiedene Schwerpunkte vorgenommen - wie zum Beispiel defensive Stabilität, schiefes Dreieck oder Spieleröffnung in der Viererkette oder Dreierkette. Für die kommende Saison ist ein Schwerpunkt, dass wir verstärkt an der Grundordnung 3-5-2 arbeiten, um noch flexibler zu werden."


Das scheint nachvollziehbar, da Dardai gerne mit zwei Mittelstürmern spielen lässt, und in der Bundesliga in den letzten Jahren ein genereller Trend zur Dreierkette erkennbar ist. So spielen die Champions-League-Qualifkanten ​Schalke 04 und Hoffenheim sowie Pokalsieger ​Eintracht Frankfurt in der Regel mit einer Dreierkette. Um dieses System zu spielen, können die schnellen Neuverpflichtungen helfen, die Außenbahnen mit Spielern zu besetzen, die sowohl offensiv als auch defensiv mitgehen und -arbeiten können.