​Vergangene Woche gab Jogi Löw seinen vorläufigen Kader für die WM 2018 bekannt. Nicht dabei ist ausgerechnet Mario Götze, der die DFB-Elf beim vergangenen Turnier zum Weltmeistertitel schoss und stets ein gutes Verhältnis zum Bundestrainer pflegte. Aus diesem Grund fiel Löw die Degradierung ziemlich schwer, wie er nun in einem Interview erklärte.


"Ich habe seine bisherige Karriere intensiv begleitet und verfolgt. Mit allen Höhen und Tiefen. Wir haben über viele Situationen intensiv gesprochen, zum Beispiel auch vor seiner Rückkehr nach Dortmund. Deshalb ist mir das Gespräch mit ihm jetzt auch so schwer gefallen - klar", gab der Bundestrainer in einem Gespräch mit der BILD-Zeitung zu.



Gerade aufgrund der Verdienste des BVB-Spielers und der zuletzt schwierigen Phase, die Götze durchstehen musste, fiel es Löw nicht leicht, seinen Helden von 2014 zuhause zu lassen: "Er hat ja in seinen jungen Jahren schon so viel für Deutschland geleistet, hat das entscheidende Tor im WM-Finale von Rio geschossen", resümierte Löw. "Ein technisch so starker Treffer - eigentlich das Tor des Jahrhunderts! Damit ist er in der Wahrnehmung von allen auch immer etwas Besonderes. Wir alle haben ihm sehr viel zu verdanken."


Götze galt seit jeher als Schützling des Bundestrainers, der auch emotional sehr mit Götze verbunden ist: "Zu Mario habe ich seit einigen Jahren eine relativ enge Beziehung. Er hat trotz seines noch jungen Alters schon viele Situationen erlebt. Ich erinnere mich noch gut an seine nicht immer glückliche Zeit bei den Bayern. Bei seinem Wechsel damals, hat er schon knapp 40 Millionen Euro gekostet, was für ihn mit Sicherheit auch eine Bürde bedeutet hat. Ebenso gut habe ich sein erstes Länderspiel in Schweden noch vor Augen. Da war er 18, kam zur Mannschaft und hat sofort einen wahnsinnigen Eindruck auf mich gemacht."


Nach der WM 2014 in Brasilien ging es für Götze steil bergab. Bei den Bayern aussortiert, kehrte der 25-Jährige 2016 zu Borussia Dortmund zurück. Doch selbst am Ort der größten Erfolge und Wertschätzung, gelang dem WM-Helden kein wirklicher Turnaround. Einen Stammplatz konnte sich der Offensivakteur auch zwei Jahre nach seiner Rückkehr nicht erarbeiten. Unter Lucien Favre will Mario Götze nun den x-ten Neustart angehen. Man kann ihm nur wünschen, dass er nun endlich gelingt.