​Unai Emery ist der neue Cheftrainer des FC Arsenal. Das ​gaben die Verantwortlichen heute bekannt. Nach zwei Jahren bei Paris Saint-Germain, in denen PSG unter anderem das nationale "Triple" holte und dem Europa-League-Titelhattrick mit dem FC Sevilla wird Emery bei den Gunners die schwere Nachfolge von Arsene Wenger antreten. Allerdings wird der Spanier nicht die umfassende Entscheidungsgewalt im Klub haben, wie sie Wenger über 20 Jahre hatte. 


Denn im Gegenzug zu Wenger, der noch die klassische Rolle des englischen Managers bekleidete, wird Emery nur Cheftrainer, während unter anderem der im Frühjahr angstellte Sportdirektor Raul Sanllehi und nicht zuletzt Arsenal-Geschäftsführer Ivan Gazidis größere operative Rollen im Tagesgeschäft übernehmen werden. Damit komplettiert man beim ​FC Arsenal das kontinentaleuropäische Modell, nach dem die sportliche Leitung und das operative Geschäft in verschiedene Posten - in der Regel in Trainer und Sportdirektor beziehungsweise Sportvorstand - getrennt werden. 


Das traditionelle englische Modell eines Managers, der in einer Doppelfunktion sowohl das sportliche als auch operative Geschäft regelt, wird dabei aber auch bei den anderen Klubs der Premier League immer seltener. Beim FC Arsenal wird dies nur umso deutlicher, da Wenger dort 22 Jahre lang umfassende Entscheidungsgewalt sowohl über die Mannschaft als auch die Zusammenstellung derselben hatte. 


Emerys Vertrag bei PSG wurde nach zwei Jahren trotz des diesjährigen nationalen Triples aus Meisterschaft, Pokal und Ligapokal nicht verlängert, da er nicht die ​Champions League gewinnen konnte. Zuvor war Emery drei Jahre Trainer beim FC Sevilla und konnte dort dreimal in Folge die Europa League gewinnen.


Die Stimmen zur Verpflichtung von Emery


Bei der Vorstellung von Emery als neuem Arsenal-Trainer äußerten sich unter anderem der Besitzer des Klubs Stan Kroenke, der Geschäftsführer Ivan Gazidis, als auch Emery selbst zur Verpflichtung von ihm als Wenger-Nachfolger und den Erwartungen für die kommende Zeit. 


Geschäftsführer Ivan Gazidis, der Medienberichten zufolge Pep Guardiolas Co-Trainer Mikel Arteta als neuen Trainer favorisiert hatte, diese Personalie aufgrund der fehlenden Cheftrainer-Erfahrung aber nicht durchsetzen konnte, begründete die Entscheidung für Emery: "Unai hat eine herausragende Erfolgsbilanz im Laufe seiner Karriere, hat einige der besten Talente Europas entwickelt und lässt aufregenden, modernen Fußball spielen, der perfekt zu Arsenal passt." Seine harte und leidenschaftliche Arbeit mache ihn zur perfekten Person, um den Klub voran zu bringen. Am Ende sei es eine einstimmige Entscheidung gewesen, Emery das nächste Kapitel in der Geschichte von Arsenal schreiben zu lassen. 


Arsenal-Mehrheitseigner Stan Kroenke sagte zu Emery: "Wir sind hocherfreut Unai bei Arsenal willkommen zu heißen. Er ist ein Gewinnertyp." Man sei zuversichtlich, dass er die richtige Person für den Job sei und die Erfolge liefern würde, die jeder, der es mit Arsenal hält, erwartet. Einige Dinge hätten Emery dabei hervorgehoben: "Sein Fußballfachwissen, seine Energie, seine Leidenschaft und Liebe für das Spiel. Er teilt unsere Vision der Entwicklung, um diesem Klub zu größerem Erfolg zu verhelfen."


Emery selbst äußerte zu seiner Verpflichtung: "Ich bin begeistert, Teil eines der größten Klubs überhaupt zu werden. Arsenal ist weltweit bekannt und beliebt für seine Art des Spiels, sein Engagement für junge Spieler, das fantastische Stadion und die Art, wie der Klub geführt wird. Ich bin sehr erfreut, die Verantwortung zu erhalten, dieses wichtige neue Kapitel in der Geschichte von Arsenal zu beginnen. Ich freue mich darauf, allen, die Arsenal lieben, einige besondere Momente und Erinnerungen zu bereiten."


Dabei wird Emery aber nicht nur in die großen Fußstapfen von Wenger treten, sondern auch der hohen Erwartungshaltung der Fans gerecht werden müssen, die Gunners wieder unter die besten vier Klubs Englands zu führen und Titel zu holen, nachdem man in dieser Saison mit weitem Abstand auf die Champions-League-Ränge nur auf Platz 6 gelandet war.