​Nachdem der ​1.FSV Mainz 05 den Klassenerhalt geschafft hat, geht es für die Mainzer nun darum, sich für die kommende Saison und das zehnte Jahr Bundesliga in Folge zu rüsten. Trotz anstehender Abgänge von Leistungsträgern muss Sportvorstand Rouven Schröder erneut einen konkurrenzfähigen Kader zusammenstellen. Dabei dürften vor allem in der Defensive einige Lücken zu füllen sein.


Sportvorstand Schröder äußerte gegenüber dem ​Kicker, aufgrund der unsicheren Ligazugehörigkeit habe man bisher "eine Angel ohne Futter ausgeworfen". Allerdings habe man gut vorgearbeitet und nun nach dem Klassenerhalt "können wir fischen gehen". Ziel wird es dabei sein, eine gute Mischung aus individueller Qualität und Führungsspielern zu finden, die den Mainzer Kader voranbringen. 


Dabei dürfte vor allem Handlungsbedarf in der Defensive bestehen. Denn neben bereits feststehenden Abgängen gibt es auch Gerüchte um die Wechsel junger Stammspieler im Abwehrverbund. Bereits fest steht, dass Mittelfeldspieler Suat Serdar für elf Millionen Euro zum ​FC Schalke 04 wechseln wird. Leon Balogun verlässt ablösefrei den Verein und geht zu Brighton & Hove Albion. Außerdem hat Huddersfield Town die Kaufoption des dorthin ausgeliehenen Torwarts Jonas Lössl gezogen. Dieser wird also nicht zu den Mainzern zurückkehren. Im Tor sollte allerdings kein Transfer zu erwarten sein, denn neben dem erfahrenen Rene Adler stehen den Mainzern mit Florian Müller oder Jannik Huth einige junge, talentierte Torhüter zur Verfügung. 


Darüber hinaus steht konkreten Gerüchten zufolge Giulio Donati vor einem Abgang. Ersetzt wird dieser wahrscheinlich durch Philipp Mwene, der kurz vor einem Wechsel zum 1.FSV steht. Der 24-jährige Rechtsverteidiger von Zweitliga-Absteiger 1.FC Kaiserslautern konnte in dieser Saison vier Tore erzielen und sieben Vorlagen liefern. 


Mögliche Wechsel von Diallo und Gbamin


In der Defensive ist neben dem wahrscheinlichen Abgang von Donati auch der Verkauf von Abdou Diallo und Jean-Philippe Gbamin denkbar. Für beide soll es kaufkräftige Interessenten geben. Der variabel einsetzbare 22-jährige Innenverteidiger Diallo, der erst im vergangenen Sommer für fünf Millionen Euro vom AS Monaco kam, wird mit ​Arsenal in Verbindung gebracht. Ob Arsenals neuer Trainer Unai Emery allerdings auch Interesse an Diallo hat, ist noch nicht bekannt. Doch auch ​Borussia Dortmund soll sich mit einer Verpflichtung von Diallo beschäftigen. 


Auch der defensive Mittelfeldspieler Gbamin steht bei einigen Klubs auf der Liste und ist anscheinend vor allem in der Bundesliga begehrt. Der 22-jährige Gbamin, der 2016 ebenfalls für fünf Millionen Euro von RC Lens kam, wird mit Schalke 04 in Verbindung gebracht, die auch schon den Mainzer Mittelfeldkollegen Serdar verpflichtet haben. Hier dürfte vor allem Schalke-Manager und Ex-Mainzer Christian Heidel eine entscheidende Rolle spielen. Die Verträge der beiden Youngster laufen jeweils bis 2022. Mainz möchste mit beiden Spielern im Falle eines Verkauf jeweils Transfererlöse von über 20 Millionen Euro erzielen. 


Borussia Moenchengladbach v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga
Jean-Philippe Gbamin (l.) und Abdou Diallo von Mainz 05



Neben den möglichen Abgängen in der Defensive gibt es auch Fragezeichen hinter Nigel de Jong, Pablo de Blasis und Yoshinori Muto. De Jong hatte nur einen Vertrag bis Saisonende, Stand jetzt steht eine Verlängerung um ein Jahr im Raum. Muto hatte zuletzt öffentlich mit dem Gedanken an eine neue Herausforderung kokettiert. Mainz wird aber wohl alles daran setzen, den japanischen Nationalspieler zu halten. Auch de Blasis möchte den Verein offenbar verlassen. 


Junge Eigengewächse müssen den nächsten Schritt machen


Neben den vielen Gerüchten um Abgänge gibt es allerdings auch rückkehrende Leihspieler und Positionen, auf denen Mainz sich noch verstärken will. So kehrt unter anderem Aaron Seydel von Holstein Kiel zurück und könnte den Mainzern noch mehr Tiefe im Sturm verleihen. Außerdem sucht Mainz neben der wahrscheinlichen Verpflichtung von Rechtsverteidiger Mwene auch noch nach einem Linksverteidiger und einem variablen Offensivspieler, um auf Abgänge von zum Beispiel de Blasis vorbereitet zu sein. Neben den anstehenden Neuzugängen soll auch Ridle Baku, der in den letzten drei Saisonspielen eingesetzt wurde und direkt zwei Tore machte, in der kommenden Saison eine größere Rolle im Mittelfeld einnehmen. 


So steht für den Mainzer Sportvorstand Schröder im Falle der Abgänge von Diallo oder Gbamin noch viel Arbeit an, allerdings wäre für Mainzer Verhältnisse auch genügend Kapital für Neuverpflichtungen zur Verfügung. Vor allem auf den Außenverteidigerpositionen und im defensiven Mittelfeld sind dabei noch Transfers zu erwarten. Neben der Qualität des Kaders sagte Schröder über das Umfeld der Mannschaft aber auch, dass es in einem Verein wie Mainz 05 Ruhe brauche: "Das Puzzle muss stimmig sein." Dann kann es auch in der kommenden Saison wieder etwas werden mit dem Mainzer Klassenerhalt.