Carlo Ancelotti steht wohl vor einem Engagement beim italienischen Vizemeister SSC Neapel. Der ehemalige Bayern-Coach hat sich am Dienstagabend mit Napoli-Präsident Aurelio de Laurentiis getroffen und sich offenbar bereits auf einen Vertrag geeinigt. Noch-SSC-Trainer Maurizio Sarri könnte derweil einen Landsmann beim FC Chelsea beerben.


Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti zieht es offenbar zurück in seine italienische Heimat. Der 58-Jährige hat sich am späten Dienstagabend mit Aurelio de Laurentiis in dessen Anwesen in Rom getroffen, wie auf ​mehreren Videoaufnahmen eindeutig zu sehen ist. Bei dem Treffen mit dem Präsidenten von Vizemeister SSC Neapel soll es sich bereits um konkrete Vertragsverhandlungen gehandelt haben, berichtet die Gazzetta dello Sport.

Demnach habe sich Ancelotti mit Napoli in der Nacht auf einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison geeinigt. 6,5 Millionen Euro netto im Jahr soll der 58-Jährige dafür kassieren. Am Mittwoch werden in de Laurentiis' Anwesen weitere Mitarbeiter aus dem Ancelotti-Stab erwartet, um den Deal endgültig perfekt zu machen.

Sarri muss gehen -  und hofft wohl auf Conte-Nachfolge beim FC Chelsea


Die Ancelotti-Verpflichtung bedeutet im Umkehrschluss, dass der aktuelle Trainer Maurizio Sarri gehen muss. Der 59-Jährige steht seit 2015 an der Seitenlinie der Neapolitaner und führte den SSC zu zwei Vizemeisterschaften und einem dritten Platz in der Serie A. In der Champions League musste Neapel in der abgelaufenen Spielzeit bereits in der Gruppenphase die Segel streichen. In der Europa League folgte das Aus gegen ​RB Leipzig im Sechzehntelfinale.


Sarri lässt bei den Süditaliener einen attraktiven Offensivfußball spielen, der mit einem Punkteschnitt von 2,16 Zählern in 148 Pflichtspielen sehr erfolgreich war. 91 Punkte holte Neapel in dieser Serie-A-Spielzeit - so viel wie ​Juventus Turin in den letzten beiden Jahren. Juve holte dank 95 Punkten dennoch zum siebten Mal in Folge den Scudetto und lässt die Sehnsucht in Neapel nach der ersten Meisterschaft seit der Maradona-Ära Ende weiter wachsen.

Sarri wird seit geraumer Zeit als Conte-Nachfolger beim FC Chelsea gehandelt. Und auch Zenit St. Petersburg soll bereits Interesse am 59-Jährigen bekundet haben. SSC-Präsident de Laurentiis hatte schon nach dem letzten Ligaspieltag verkündet: "Für Sarri ist die Zeit abgelaufen." Sollte er sich Neapel mit auf eine Vertragsauflösung einigen, steht dem geschassten Trainer wohl eine Abfindung von 500.000 Euro zu. Bei einer Entlassung im Laufe der Saison wären es 1,4 Millionen Euro gewesen, berichtet die Gazzetta dello Sport. Deshalb könnte de Laurentiis gewillt sein, darauf zu verzichten, in der Hoffnung, Sarri findet noch im Sommer einen neuen Arbeitgeber.