HSV-Präsident und Aufsichtsratchef Bernd Hoffmann plant offenbar, den vakanten Posten des Vorstandsvorsitzenden selbst zu übernehmen. Die Satzung der HSV Fußball AG lässt das wohl für ein Jahr zu. Im dreiköpfigen Vorstand soll neben Hoffman und Finanzboss Frank Wettstein bald auch ein neuer Sportchef sitzen. Die Wahl fällt wohl zwischen zwei Kandidaten.


Die Umbaumaßnahmen beim gefallenen Bundesliga-Dino ​H​SV sollen weiter vorangetrieben werden. Auf der Suche nach einem neuen Sportchef scheint sich der Kandidatenkreis auf zwei Namen eingegrenzt zu haben. Sowohl ​Kiels Sportdirektor Ralf Becker als auch ​Markus Krösche, Sportchef von Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn, sollen beim Aufsichtsrat bereits ihre Konzepte vorgestellt haben. Das berichten Bild und MoPo übereinstimmend.


Daneben wartet auf den HSV noch eine weitere Entscheidung: Die Besetzung des Vorstandsvorsitzenden. Der Posten gilt seit der Entlassung von Heribert Bruchhagen als vakant und wurde provisorisch von Finanzchef Frank Wettstein übernommen. Am kommenden Sonntag soll nach Informationen des Abendblatts nun der Aufsichtsrat tagen, um einen neuen Vorstandschef zu bestimmen. Demnach plant wohl Präsident und Aufsichtsratsboss Bernd Hoffmann den Posten zu übernehmen. Ein Aktiengesetz der HSV Fußball AG soll das für ein Jahr möglich machen, solange Hoffmann in dieser Zeit seinen Posten im Aufsichtsrat ruhen lässt.


Mit Hoffmann an der Spitze soll ein dreiköpfiger Vorstand gebildet werden. Wettsein als Finanzboss, Becker oder Krösche als Sportvorstand und Hoffmann, der als Vorstandsvorsitzender für das Marketing zuständig sein soll. Die Funktion als Vereinschef hatte Hoffmann bereits zwischen 2003 und 2011 inne, bis der damalige Aufsichtsrat keine Mehrheit für eine Vertragsverlängerung des 55-Jährigen mehr fand und Hoffmann gehen musste.


Unmittelbar vor seiner erfolgreichen Wahl zum Präsidenten beteuerte Hoffmann, noch keine Ambitionen in diese Hinsicht zu hegen. "Das möchte ich nicht. Wir brauchen einen Vorstand, der uns mit unternehmerischer Vision und sportlicher Kompetenz in das Jahr 2025 führt. Ich möchte das gestalterisch begleiten auf der Grundlage meiner Erfahrungen im Fußball und dem HSV", sagte er im Februar dieses Jahres. Nun folgte offenbar der Sinneswandel - Hoffmann will die HSV-Zukunft selbst aktiv gestalten - zumindest für ein Jahr.