Ralph Hasenhüttl gibt sich nach seinem Aus bei RB Leipzig selbstkritisch. Er sei zwar ein kommunikativer Typ, habe im Umgang mit seinen Spielern aber Fehler begangen. Der Österreicher prophezeit Naby Keita eine rosige Zukunft unter Jürgen Klopp und glaubt, dass Timo Werner bei der anstehenden WM dem großen Druck gewachsen ist.


Nach der ​vorzeitigen Trennung von ​RB Leipzig hat Ralph Hasenhüttl eigene Fehler im Umgang mit der Mannschaft eingeräumt. Einige Spieler hatten dem Österreicher mangelnde Kommunikation vorgeworfen. "Das ist eine absolut berechtigte Kritik", gesteht Hasenhüttl im Gespräch mit der Bild ein. "Ich bin ein kommunikativer Typ bin, aber wenn man fast jeden Tag vor der Mannschaft spricht, bleibt es nicht aus, dass das eine oder andere Einzelgespräch auch der Co-Trainer führt. Vor allem mit den Jungs, die gerade nicht in der ersten Reihe stehen. Das war eine neue Erfahrung für mich“, führt der 50-Jährige weiter aus. 

Über sein Ex-Team spricht der scheidende RB-Coach dennoch in höchsten Tönen. "Wir haben sehr viele besondere Charaktere in unserer Mannschaft gehabt“, schwärmt er. "Ich finde, dass jeder meiner Spieler in irgendeiner Art und Weise was ganz Besonderes für mich war, auch die, die vielleicht nicht so oft gespielt haben. Wie sie mit ihrer Rolle umgegangen sind, die vielleicht nicht die einfachste war", spielt er wohl vor allem auf Klubikone Dominik Kaiser an. Der Aufstiegskapitän verlässt Leipzig nach sechs Jahren, nachdem er den Klub von der Regionalliga bis in die Champions League begleitet hatte.


Keita "einfach gut" - Werner mit "großer Last" bei WM


Unter Hasenhüttl spielte der 29-Jährige sportlich aber nur noch eine Nebenrolle. Anders als Timo Werner, der sich in seinen beiden Jahren in Leipzig ins Nationalteam geschossen hat und bei der anstehenden WM als Stürmer Nummer eins im DFB-Team gilt. "Das ist eine große Last und viel Druck auf seinen Schultern", findet Hasenhüttl. "Bei einer Weltmeisterschaft wird man daran gemessen, dass man Deutschland nach ganz oben schießt. Vor allem als Stürmer. Aber er hat so viel Qualität, dass er damit umgehen kann“, lobt er den pfeilschnellen Torjäger. 

Hertha BSC v RB Leipzig - Bundesliga

Timo Werner (l.) entwickelte sich unter Ralph Hasenhüttl bei RB zum Nationalstürmer



Ein anderer Spieler, der unter Hasenhüttl bei RB den Durchbruch geschafft hat, ist Naby Keita. Der 23-Jährige wechselt für 60 Millionen Euro Ablöse zum FC Liverpool. "Er kommt in eine Wahnsinnsmannschaft. Aber, wenn ich bei einem Spieler keine Angst habe, dass er sich in jedem Verein der Welt durchsetzt, dann ist es Naby", findet Hasenhüttl. "Weil der Bursche einfach so gut ist. Und ein Profi durch und durch, er lebt Fußball. Jürgen wird, selbst, wenn er die Champions League gewinnt, dankbar über diese Verstärkung sein“, ist er sich sicher.


Trotz Keitas Abgang sieht Hasenhüttl seinen Ex-Klub auch für die kommenden Jahre bestens aufgestellt. Der Weg führe "auf alle Fälle nach Europa, schon dieses Jahr wieder. Und dann hoffentlich genauso erfolgreich wie diese Saison. Für die Fans war das eine wunderbare Geschichte“, glaubt der 50-Jährige und verpackt dabei geschickt seine Meinung zum Abschneiden der abgelaufenen Spielzeit unter ihm. 

Olympique Marseille v RB Leipzig - UEFA Europa League Quarter Final Leg Two

Über die RB-Klubs Salzburg und Leipzig geht es für Naby Keita weiter zum FC Liverpool



RB wird, gemäß der Klub-Philosophie, auch in Zukunft versuchen, Talente á la Naby Keita zu finden, weiterzuentwickeln und womöglich mit Gewinn zu verkaufen. "Das ist der Anspruch von RB und ein besonderer Weg. Dem muss man sich auch als neuer Trainer stellen. Dass man mit jungen Talenten auf allerhöchstem Niveau gemessen wird. Und, dass man da natürlich auch den einen oder anderen Fehler verzeihen muss. Ich glaube schon, dass damit immer sehr viel Erfolg möglich ist“, so Hasenhüttl.