​Es gibt nur wenige Situationen, bei denen die Anhänger des VfB Stuttgart dem Erzrivalen ​FC Bayern München die Daumen drücken. Am vergangen Samstag war es mal wieder soweit, schließlich hätte ein Sieg des Rekordmeisters im DFB-Pokalfinale den Einzug der Schwaben in die Europa-League-Qualifikation bedeutet. Nach der Niederlage seines ehemaligen Arbeitgebers äußerte sich nun Sportvorstand Michael Reschke.


Durch eine fantastische Rückrunde hatten sich die Stuttgarter bis auf den siebten Tabellenplatz vorgekämpft und feierten nach dem 4:1-Erfolg am letzen Spieltag in München bereits den ​sicher geglaubten Einzug nach Europa. Dabei hatten Fans, Spieler und auch Offizielle fest damit gerechnet, dass der Pokalsieg der Münchner nur noch Formsache war, schließlich hatte sich der Meister in dieser Saison kaum ein Blöße gegeben.


Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass sich die Stuttgarter zu früh gefreut haben. „Wir wären sehr gerne in Europa dabei gewesen, hätten das als große Herausforderung empfunden. Natürlich haben wir den Bayern die Daumen gedrückt", gab Reschke in einem Interview mit der BILD zu. Dabei habe er das Spiel zuhause auf dem Sofa verfolgt und sei in ständigem Kontakt zu VfB-Trainer Tayfun Korkut gewesen.

Dennoch unterstrich der 60-Jährige, dass man sich nicht allzu sehr grämen sollte, schließlich habe man es am Ende nicht mehr in der eigenen Hand gehabt: "Wir sind am Samstag nicht gescheitert, haben nichts verbockt." Auch in Anbetracht der gravierenden Fehlentscheidung von Schiedsrichter Felix Zwayer, der den Münchnern kurz vor Abpfiff einen klaren Elfmeter verwehrte, zeigte sich der Sportvorstand als fairer Sportsmann."Ich hatte gehofft, dass er Elfmeter pfeift. Aber: So klar wie viele andere habe ich die Szene nicht gesehen. Für mich war es eine 50:50-Entscheidung."


Frankfurt habe ein sehr starkes Spiel gemacht und man müsse ihnen dafür "Respekt zollen". Insbesondere die starke Mentalität der Hessen sei dabei Schlüssel zum Erfolg gewesen. Auch der VfB zeichnete sich vor allem in der Rückrunde durch eine absolute Geschlossenheit aus. Die Europa League wäre zwar die Kirsche auf dem Sahnehäubchen gewesen, laut Reschke ist die verpasste Qualifikation "kein Weltuntergang", vielmehr hab man dadurch nun auch die Möglichkeit, sich länger auf die Bundesliga-Saison vorzubereiten.