Am Ende hat sich wieder einmal der Favorit durchgesetzt. Der VfL Wolfsburg hat gegen das Überraschungsteam aus Kiel zum zweiten Mal in Folge den Abstieg in die zweite Liga vermieden. Kiels Dominic Peitz muss sich dagegen zum zweiten Mal Bruno Labbadia in der Relegation geschlagen geben - und teilte nach der Rückspielpleite kräftig aus. Der 33-Jährige pestete gegen die VfL-Kollegen und prangerte den Aufstiegsmodus an.


Dominic Peitz muss seinen Traum von der Bundesliga erneut begraben - und erneut heißt der Spielverderber Bruno Labbadia. Schon im Relegationsduell zwischen Karlsruhe und Hamburg 2015 behielt Labbadia als HSV-Coach im direkten Duell die Oberhand. Drei Jahre später setzte sich ​wieder Labbadia durch. Dieses Mal stand er an der Seitenlinie des ​VfL Wolfsburg, Peitz hatte das Trikot vom KSC mit dem der ​Kieler Störche getauscht.

Holstein Kiel v VfL Wolfsburg - Bundesliga Playoff Leg 2

Peitz (r., im Duell mit Rückspieltorschütze Robin Knoche) kam zehn Minuten vor Ende in die Partie.


Im Duell David gegen Goliath oder VW-Millionen gegen Fußballzwerg blieb das Kieler Märchen vom Durchmarsch in die Bundesliga aus. Nach der 1:3-Niederlage in Wolfsburg musste sich der Zweitligaaufsteiger auch i​m heimischen Stadion mit 0:1 geschlagen geben. "Sie haben beide Spiele gewonnen, sie haben es in beiden Spielen gut gemacht, musste auch Peitz eingestehen. Der Routinier wechselte im Sommer 2016 von Karlsruhe in den hohen Norden, schaffte mit Holstein auf Anhieb den Aufstieg in die zweite Liga und war in der abgelaufenen Spielzeit das Überraschungsteam im Unterhaus.


Der Frust über den verpassten Aufstieg saß beim 33-jährigen Mittelfeldroutinier aber wohl sehr tief. Der Sieg der Wölfe sei zwar verdient gewesen, "aber das kann man auch erwarten von Spielern, die in der restlichen Saison vielleicht mehr damit beschäftigt waren, ihr Geld zu zählen“, keilte Peitz gegenüber dem ​kicker aus und legte nach: "Wir sind nicht gescheitert, gescheitert ist der VfL Wolfsburg mit seiner Idee, ein Team zusammenzustellen."

Eine generelle Kritik gegen den Relegationsmodus wollte der 1,94-Meter-Mann auch noch loswerden. "Es ist zweifelhaft, wenn der Bundesligist einen Rettungsring zugeworfen bekommt und man den Dritten der zweiten Liga im deutschen Fußball sein Märchen nicht fortführen lässt“, befand er und bekam Unterstützung von seinem Mannschaftskapitän. "Geld regiert nicht nur die Welt, sondern auch den Fußball, deshalb gibt es so einen Modus“, stimmte Rafael Czichos ein.


Mit seinen Aussagen - vor allem der Kritik am Gegner - hat sich Peitz nicht gerade als fairer Sportsmann präsentiert. Das im Relegationsduell zwischen Bundes- und Zweitligist die Rollen meist klar verteilt sind, damit hatten Peitz und Czichos nicht unrecht. Die Statistiken sprechen seit der Wiedereinführung der Relegation 2009 eine klare Sprache: Zu 80 Prozent, also in acht von zehn Fällen setzte sich der Bundesligist durch. Die Serie hält inzwischen seit 2013 an.