Uli Hoeneß geht bei der Meisterfeier des FC Bayern auf Konfrontationskurs mit den Medien. Er wolle sich eine "überragende Saison" nicht schlecht reden lassen, so der Bayern-Präsident. Auf die Frage nach möglichen Mega-Transfers widerspricht er Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Droht der nächste Führungsstreit beim Rekordmeister?


​Mit Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge stehen an der Spitze des FC Bayern zwei Charakterköpfe, die sich bekanntlich in der Vergangenheit nicht immer einig waren. Seit Hoeneß im November 2017 wieder an die Vereinsspitze gewählt wurde, kam es zu dem ein oder anderen Machtgerangel zwischen den beiden.


Mega-Transfer ja oder nein?


Spätestens mit der Rückkehr von Jupp Heynckes schien man sich aber wieder geeint zu haben und den Rekordmeister gemeinsam für die Zukunft ausrichten zu wollen. Doch nach einer am Ende ernüchternden Saison mit dem Aus im Champions-League-Halbfinale und der Niederlage im Pokal-Endspiel klingen erneut unterschiedliche Vorstellungen durch.

Während Rummenigge weitere Transfers im Sommer für möglich hält, schließt Hoeneß diese kategorisch aus. "Ob es nichts geben wird, das kann ich heute nicht seriös voraussagen. Der Transfermarkt macht erst übernächste Woche auf", so Rummenigge am Rande des Meisterempfangs auf dem Münchener Rathausbalkon. Schon vor dem Finale in Berlin hatte der 62-Jährige ​"große Transfers" nicht ausschließen wollen, falls "irgendwas Hochinteressantes auf den Markt kommen sollte". Am Samstag legte er bei einer Presserunde in Berlin nach: Es gebe für den FC Bayern "kein Limit. Wenn wir einen Spieler haben wollen und der 80, 90 Millionen kostet, dann werden wir irgendwann springen müssen. Ob das dieses oder nächstes Jahr ist, weiß ich nicht", erklärte Rummenigge.


Hoeneß: "Überragende Saison"


Beim Empfang am Pfingstsonntag vor 5.000 Anhängern auf dem Münchener Marienplatz bekräftigte Rummenigge, dass man "sportlich die Ziele erreicht" habe. "Es hätten drei Titel sein können, es ist nur einer geworden, aber den feiern wir", meinte der Vorstandschef. Immerhin darin war er sich mit Hoeneß einig. "Es ist für mich eine überragende Saison", sagte er. "Wenn man so klar deutscher Meister wird, wenn man um ein paar Zentimeter im Champions-League-Finale ist und im DFB-Pokalfinale ist, dann lasse ich mir aus dieser überragenden Saison nichts Schlechtes machen. Es gibt eine große Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung unserer Fans und den Medien. Die Fans respektieren unsere Leistung", ging Hoeneß wie gewohnt in den Angriffsmodus.

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Meisterfeier auf dem Rathausbalkon: Jupp Heynckes verabschiedet sich.


Anders als Rummenigge hält er nach Serge Gnabry und Leon Goretzka weitere Neuzugänge für unnötig. "​Wir werden nichts mehr investieren, sondern werden unsere Spieler dazu bringen, besser zu spielen als gestern. Wir brauchen gar nicht viel zu tuen. Es sind Nuancen, um die es sich da handelt", sagte der Bayern-Präsident. "Dieses Jahr wird es keinen 100-Millionen-Transfer geben. Wir glauben auch nicht, dass es notwendig ist", so die Meinung des 66-Jährigen.