Davon, dass Eintracht Frankfurt in einem packenden Duell gegen den FC Bayern München als Sieger hervorgeht und den DFB-Pokal in die Höhe stemmen wird, sind wohl nur die wenigsten im Vorfeld der Partie ausgegangen. Doch nach dem Überraschungserfolg im 75. Finale des DFB-Pokals feiert die Eintracht den fünften Pokal-Triumph in der Vereinsgeschichte. Für Abwehrspieler Jetro Willems ist dies nicht der erste Titel, doch wie der Niederländer gegenüber De Telegraaf offenbarte, sei der gestrige Erfolg der schönste seiner Karriere.


Es war ein denkwürdiger Abend, den die Zuschauer im Olympiastadion von Berlin am Samstag erlebten. Trotz einer deutlichen Überzahl an Chancen (22:8 Torschüsse), einem deutlichen Plus an Ballbesitz (77 Prozent) und der besseren Zweikampfquote (56 Prozent) ging Rekordmeister und -Pokalsieger Bayern München gegen bissige Frankfurter mit 1:3 als Verlierer vom Platz. Während es für die meisten Spieler der Hessen ihr erster Titel überhaupt war, ist Jetro Willems das Feiern aus seiner Zeit in den Niederlanden gewohnt.


Der 24-Jährige wechselte vor der Saison für fünf Millionen Euro von PSV Eindhoven an den Main und wurde in der Vergangenheit nicht nur zwei Mal niederländischer Meister, sondern zugleich im Jahr 2012 niederländischer Pokalsieger. Dennoch sei der gestrige Titel mit der Eintracht "das Schönste", was er in seiner Karriere erlebt habe. "In meinem ersten Jahr direkt so etwas zu gewinnen ist unglaublich", führte er schier überwältigt fort.

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  Bei PSV Eindhoven hat Willems (r.) alles erreicht - und kannte den FC Bayern bereits                                                         aus der Champions League



Im weiteren Verlauf des Interviews mit De Telegraaf war spürbar, wie wichtig ihm der Gewinn des DFB-Pokals ist: "Mit PSV bin ich auch Meister geworden, Pokalsieger, ich hab alles gewonnen. Aber jetzt in Deutschland den Pokal zu gewinnen, das kann mir keiner mehr nehmen." 


Wie der Sieg letztlich zustande gekommen ist, spielte für ihn dabei keine Rolle. Zwar räumte er ein, dass die Münchner "die bessere Mannschaft" gewesen sei, doch während die Bayern ihre Vielzahl an Chancen nicht nutzten, blieben die Frankfurter vor dem Tor eiskalt. Daher antwortete Willems schnippisch: "Drei Konter, drei Tore - so kann es auch gehen, oder?"


Doch die Eintracht hatte in der Nachspielzeit eine Menge Glück. Nach einem Foul von Kevin-Prince Boateng an Javi Martinez im eigenen Strafraum entschied Schiedsrichter Felix Zwayer trotz Begutachtung der Fernsehbilder in der 'Review Area' nicht auf Elfmeter, gab stattdessen einen Eckball für die Münchner. ​Boateng gab sein Foul im Nachgang der Partie zu, und auch Willems wusste, wie brenzlig die Situation war: "Da bittet man noch einmal bei allen Götter um Hilfe", so der Abwehrspieler. Diese habe es jedoch gegeben, weshalb er letzten Endes konstatierte: "Es ist schön, unglaublich."