​Der FC Bayern hadert nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt nicht nur mit der eigenen Leistung, sondern auch mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Zwayer, der den Münchenern in der Nachspielzeit trotz Konsultierung der TV-Bilder einen Elfmeter verwehrte. Übeltäter Kevin-Prince Boateng gab nach der Partie zu, dass er Gegenspieler Javi Martinez durchaus strafwürdig traf.


"Ich treffe ihn ganz klar, danach muss der Schiedsrichter entscheiden", so Pokalsieger Boateng nach den Feierlichkeiten in der Mixed-Zone. "Ich dachte, den muss er pfeifen." Doch statt auf den Elfmeterpunkt zu zeigen, gab Schiri Zwayer selbst nach Ansicht der TV-Bilder nur Eckball für die Bayern, in dessen Folge sich der Rekordmeister gar noch das 1:3 fing.

Der Eintracht- und künftige Bayern-Coach Niko Kovac gab ebenfalls zu, dass die Münchener durchaus einen Strafstoß hätten kriegen müssen: "Den Elfmeter für die Bayern kann man geben", sagte der Kroate nüchtern. Doch während auf der Eintracht-Seite die Freude überwog, ärgerte man sich auf Seiten des Verlierers über den nicht gegebenen Elfer: "Ich hätte ihn gegeben, aber der Schiri hat ihn nicht gegeben", betonte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic. "Er trifft ihn - für mich ein klarer Elfmeter. Das ist ärgerlich. Wenn wir zum 2:2 treffen, läuft das Spiel anders." Allerdings räumte der Bosnier ein, dass auch die eigene Leistung zur Niederlage geführt hat. "Wir müssen aber auch einfach die Tore machen. Alleine in der ersten Halbzeit haben wir fünf hochkarätige Chancen. Frankfurt hat versucht, unser Spiel zu zerstören und dann zu kontern."

Jupp Heynckes, der nun in die verdiente Rente gehen wird, wollte nach der Partie eher die schlechte Leistung seines Teams für die Pleite verantwortlich machen: "Es war ein Penalty. Aber da sollten wir nicht mit unserer Kritik ansetzen. Wir müssen das Spiel kritisch analysieren. Wir haben nicht so flüssig und zwingend vorne gespielt, wie wir das gewohnt sind." Viel Zeit für die Analyse wird nicht mehr bleiben, reisen doch in Kürze die meisten Spieler schon zu ihren Nationalmannschaften, um sich auf die WM vorzubereiten. Dort wird die Pleite im Pokal wohl schnell in Vergessenheit geraten.