BERLIN, GERMANY - MAY 18:  Team captain of FC Bayern Muenchen Mats Hummels, Head coach of Bayern Muenchen Josef Heynckes, DFB press officer Jens Grittner, head coach of Eintracht Frankfurt Niko Kovac and team captain of Eintracht Frankfurt David Abraham (L-R) talk to the media during the DFB Cup Final 2018 press conference at Olympiastadion on May 18, 2018 in Berlin, Germany.  (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Eintracht Frankfurt vs. FC Bayern: 10 Fakten zum DFB-Pokalfinale

Am Samstagabend (20.00 Uhr) spielen der FC Bayern München und Eintracht Frankfurt in der 75. Ausgabe des DFB-Pokals im Olympiastadion von Berlin um den begehrten 'Pott'. Für Eintracht Frankfurt ist es nicht nur das zweite Endspiel nacheinander, sondern auch die letzte Gelegenheit, sich nach dem unrühmlichen Ende einer zuvor sehr guten Saison zum ersten Mal seit 2013 für das internationale Geschäft zu qualifizieren und an der Europa League teilzunehmen.


Der Gegner aus München hingegen will mit aller Macht das erneute Double sichern und Jupp Heynckes, der nach dieser Partie endgültig als Cheftrainer der Bayern aufhören wird, einen erfolgreichen Abschied bereiten. Der Rekordmeister geht als klarer Favorit in die Partie, was auch mit der letzten Begegnung beider Mannschaften zusammenhängt. Dennoch: Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze und es ist durchaus alles möglich. Im Folgenden bekommt ihr einen Einblick auf zehn Fakten, die das Pokalfinale begleiten.

1. Das zweite Pokalfinale nacheinander für die Eintracht

Für Eintracht Frankfurt und Niko Kovac ist es der zweite Finaleinzug in Folge. Im vergangenen Jahr schaffte die Eintracht zum ersten Mal nach elf Jahren den Sprung ins Endspiel von Berlin, musste sich am Ende jedoch gegen Borussia Dortmund mit 1:2 geschlagen geben.


Vor der Saison wurde ganz klar das erneute Ziel 'Berlin' ausgerufen, mit Erfolg: Die Adler stehen erneut im Pokalfinale und treffen, wie bereits im Endspiel von 2006, auf Bayern München. Damals verlor man nach einem Tor von Claudio Pizarro mit 0:1, und auch diesmal geht man als Außenseiter in die Partie. 

2. Frankfurts letzte Hoffnung auf Europa

Das Halbfinale gegen Schalke 04 hat noch einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Mannschaft von Niko Kovac über 90 Minuten leiden und kämpfen kann. Diese Eigenschaften werden auch im heutigen Endspiel von Nöten sein, denn die Eintracht kämpft um die letzte Chance, sich nach fünf Jahren endlich wieder für einen europäischen Wettbewerb zu spielen.


Nachdem die Hessen noch vor einigen Wochen durchaus an den Champions-League-Plätzen kratzten, zeigte sich die Mannschaft im Bundesliga-Endspurt ungewohnt schwach und ermüdet, weshalb man nach der 0:1-Niederlage am 34. Spieltag gegen Schalke 04 noch auf den achten Tabellenplatz abrutschte. Ein Sieg ist daher Pflicht, wenn man sich wieder für die Europa League qualifizieren und sich für die überwiegend guten Leistungen in dieser Saison belohnen will.

3. Das Abschiedsspiel beider Trainer

Sowohl Jupp Heynckes als auch Niko Kovac (v.l.) werden zum letzten Mal für ihren jeweiligen Verein an der Seitenlinie stehen. Während der 73-jährige Heynckes seine Trainerkarriere nach dem 'Freundschaftsdienst', den er im Oktober nach der Entlassung von Carlo Ancelotti antrat, definitiv beendet, wird Kovac die Eintracht nach zwei Jahren verlassen.


Beide leisteten in der Vergangenheit ordentliche Arbeit, was sich durch die statistischen Werte unterstreichen lässt: Während Heynckes seit der Amtsübernahme im vergangenen Jahr im Schnitt sagenhafte 2,55 Punkte pro Spiel holte und von seinen 40 Partien nur vier verlor, kommt Kovac in Frankfurt auf 1,52 Punkte pro Spiel und gewann 40 seiner 90 Spiele. Doch insgesamt wirkt der Verdienst des 46-Jährigen bei der Eintracht größer, machte er den Verein binnen kürzester Zeit von einem Abstiegskandidaten zu einem Europa-League-Aspiranten, der nun erneut die Chance bekommt, den DFB-Pokal in die Höhe stemmen zu können.

4. Niko Kovac trifft auf seinen künftigen Arbeitgeber

Nach zwei Jahren in Frankfurt wird sich Niko Kovac dem FC Bayern München anschließen, das ist seit April offiziell. Es ist nicht das erste Mal, dass ein zukünftiger Münchner im Pokal-Endspiel auf die Bayern trifft, doch selten ging es gut. So traf Ex-Spieler Lothar Matthäus im Jahr 1984 mit Borussia Mönchengladbach auf den FCB und gab kurz zuvor seinen Wechsel an die Isar bekannt. Im Elfmeterschießen vergab der mittlerweile 57-Jährige seinen Versuch und am Ende verloren die 'Fohlen' das Endspiel. Doch auch aufgrund der öffentlichen Kommunikation bei der Verkündung des Wechsels ist das kommende Duell zwischen den Bayern und der Eintracht von Spannungen geprägt.

5. Pokalerfolge beider Mannschaften

Der FC Bayern München ist nicht nur Rekordmeister, sondern auch Rekord-Pokalsieger. Der erfolgreichste deutsche Fußballverein stand bislang 21 Mal in einem Pokalfinale und konnte insgesamt 18 Duelle für sich entscheiden. Die letzte Niederlage in einem Endspiel datiert aus dem Jahr 2012, als man gegen Borussia Dortmund mit 2:5 verlor. Des Weiteren verlor man das Pokalfinale von 1999 gegen Werder Bremen und 1985 gegen Bayer Uerdingen.


Eintracht Frankfurt hingegen konnte zwischen den 70er und 80er Jahren regelmäßig den Pott in die Höhe stemmen und feierte bislang vier Erfolge im DFB-Pokal - der letzte ist allerdings 30 Jahre her. Im Finale von 1988 setzten sich die Adler gegen den VfL Bochum dank des Tores von Lajos Detari mit 1:0 durch und gewannen somit ihren letzten großen Titel, ehe man in der Saison 1997/98 Zweitliga-Meister wurde. Insgesamt stehen die Hessen zum achten Mal im Pokalfinale und mussten sich neben dem Endspiel gegen 1860 München von 1964 auch in den Jahren 2006 und 2017 jeweils geschlagen geben.

6. Die letzten fünf Duelle zwischen Bayern und Eintracht

Vor einiger Zeit waren die Bayern gar fünf Spiele in Folge gegen die Eintracht sieglos, doch das Blatt hat sich eindeutig zu Gunsten des Rekordmeisters gewendet. Von den letzten fünf Aufeinandertreffen konnten die Bayern vier für sich entscheiden, der letzte Erfolg datiert vom 28. April, als man in der Allianz Arena mit 4:1 als Sieger vom Platz ging.


Der letzte Frankfurter Sieg ist hingegen schon eine Weile her. Am 27. Spieltag der Saison 2009/10 gewann man zuletzt dank zwei späten Toren von Juvhel Tsoumou und Martin Fenin mit 2:1, seitdem wartet man jedoch wieder auf einen Sieg.

7. Der Weg ins Finale

Nachdem Bayern München in der ersten Runde mit 5:0 beim Chemnitzer FC gewann, ging es danach zu RB Leipzig. Bei den Sachsen taten sich die Münchner über 120 Minuten schwer und konnten die Partie erst im Elfmeterschießen für sich entscheiden. Nach dem 2:1-Sieg über Borussia Dortmund im Achtelfinale traf man im Viertelfinale auf den SC Paderborn, den man mit einem 6:0-Kantersieg abfertigte. In Leverkusen feierte man nach dem 6:2-Erfolg den erneuten Einzug ins DFB-Pokalfinale, wo man nun nach dem Titel greifen will.


Eintracht Frankfurt hatte ein weniger namhaftes Programm, dennoch waren die Partien eng: Nach einem 3:0 bei der TuS Erndtebrück und einem 4:0 beim 1. FC Schweinfurt gewann man im Achtelfinale beim FC Heidenheim erst in der Verlängerung mit 2:1. Im Viertelfinale bezwang man den FSV Mainz 05 vor heimischer Kulisse mit 3:0, ehe man sich mit einer kämpferischen Leistung beim FC Schalke 04 mit einem 1:0-Sieg die Tickets fürs Endspiel sicherte.

8. Robben fällt aus

Arjen Robben verlängerte kürzlich zwar seinen Vertrag bis 2019, doch seit der Verletzung aus dem Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid stand der 34-jährige Niederländer nicht mehr auf dem Platz. Aufgrund von Adduktorenproblemen werden die Bayern auch heute auf Robben verzichten müssen, der daher zum ersten Mal ein Pokalendspiel verletzungsbedingt verpassen wird. Neben Robben werden auch Innenverteidiger Jerome Boateng und Mittelfeldspieler Arturo Vidal verletzungsbedingt fehlen.

9. Neuer erstmalig wieder im Kader

Ein anderer ist hingegen erstmalig wieder im Kader der Münchner: Manuel Neuer. Der Torhüter konnte aufgrund seines Mittelfußbruchs im September erst vier Pflichtspiele in dieser Saison absolvieren und bangt daher um eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft in Russland. Vertreter Sven Ulreich hat seine Sache bis hierhin über weite Strecken sehr gut gemacht und wird von Heynckes daher auch für das Pokalfinale aufgestellt. Neuer hingegen wird froh darüber sein, zum ersten Mal wieder auf der Bank sitzen zu können und wird darauf hoffen, beim WM-Vorbereitungslager in Südtirol zu alter Stärke zu finden.

10. Rückkehr von Rebic

Auch Eintracht Frankfurt darf mit Ante Rebic einen wichtigen Rückkehrer wieder begrüßen. Der 24-Jährige, der nach der Saison für zwei Millionen Euro fest verpflichtet wird, gab nach einem Muskelfaserriss am letzten Spieltag auf Schalke sein Comeback und wird aller Voraussicht nach am Samstag ebenfalls mit dabei sein. Mit insgesamt sieben Toren und drei Vorlagen in 27 Einsätzen hat Rebic seine Qualitäten in diesem Jahr unter Beweis gestellt und wird darauf aus sein, den kommenden Gegner mit seinen Mannschaftskollegen zu ärgern und mindestens ein Tor zu erzielen.